FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
15.–19. juni 14.–18. september JETZT ANMELDEN! 9.–13. november Kostenfreie Teilnahme nur nach Voranmeldung Exklusive Einblicke, kritische Fragen, klare Antworten Das FONDS professionell Investmentforum tourt 2026 gleich dreimal durch Österreich – mit fünf Stationen im ganzen Land. Vom 15. bis 19. Juni ist die Roadshow zum ersten Mal in diesem Jahr unterwegs! Treffen Sie führende Investmenthäuser und erleben Sie live, wie unabhängige Experten deren Strategien auf den Prüfstand stellen. Aber Achtung: Die Nachfrage ist hoch – sichern Sie sich jetzt Ihren Platz! Editorial MEINUNG D ie Bundesregierung hat mit der Reformder „Abfertigung neu“ erstmals ernsthafte Bewegung in die zweite Säule des österreichischen Pensions- systems gebracht. Vor allemdas Ende des Kapitalgarantie-Dogmas ist einwich- tiger Schritt. Denn Garantien schützen zwar vor kurzfristigen Verlusten, ver- hindern langfristig aber oft genau das, was Altersvorsorge leisten sollte: Ver- mögensaufbau. Künftig könnenArbeitnehmer freiwillig auf garantielose kapi- talmarktorientierte Veranlagungen setzen. Auch die erleichterte Übertragung in Pensionskassen oder Lebensversicherungen ist sinnvoll. Damit erkennt die Politik erstmals an, dass langfristige Vorsorge ohne stärkere Kapitalmarktorien- tierung kaummehr funktionieren wird. Doch trotz dieser Fortschritte bleibt Österreich im internationalen Vergleich weit zurück. Während Länder wie Dänemark oder die Niederlande seit Jahren erfolgreich auf kapitalgedeckte Systeme setzen, trägt hierzulande weiterhin fast ausschließlich die staatliche Pension die Last. Die Folge: steigende Budgetzuschüsse und geringe private Vermögensbildung. Besonders deutlich zeigt sich der Reformrückstand im Vergleich zu Deutschland. Dort wurde mit demAltersvorsorgedepot ab 2026 ein echter Systemwechsel in der dritten Säule – also der privaten Vorsorge – eingeleitet. Erstmals soll staatlich geförderte private Vorsorge ohne Garantie- XQG 9HUUHQWXQJVSijLFKW PĆJOLFK VHLQ 'HXWVFKODQG ĆȬQHW GDPLW EHZXVVW GLH Tür für langfristigen kapitalmarktorientierten Vermögensaufbau. Zwar sorgt die geplante staatlich organisierte Standardvariante des deutschen Vorsorge- depots in der Finanzbranche für massive Kritik: Banken, Fondsanbieter und 9HUVLFKHUHU VHKHQ GDULQ HLQHQ SUREOHPDWLVFKHQ VWDDWOLFKHQ (LQJULȬ LQ HLQHQ eigentlich privatwirtschaftlichenMarkt. Dennoch zeigt Deutschland zumin- dest politischen Reformwillen und die Bereitschaft, private Vorsorge struktu- rell neu zu denken. Genau dieser Mut fehlt Österreich weiterhin. Die aktuelle Reform kann nur der Anfang sein. Österreich braucht endlich ein modernes kapitalmarktorientiertes Vorsorgesystem, das denMenschen langfristigen Ver- mögensaufbau ermöglicht. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob Österreich die private Altersvorsorge stärken muss, sondern ob die Politik denMut aufbringt, den Bürgern echte Rendite zu erlauben, statt sie weiterhin mit der Illusion einer risikofreien Staatsgarantie arm zu verwalten. Die Reform ist ein Anfang – mehr aber noch nicht Ihr Georg Pankl, Chefredakteur FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL fondsprofessionell.at 2/2026 9
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