FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
Anleihenanteil in Stressphasen deutlich ausgeweitet und bewegt sich seither auf einem konstant hohen Niveau von über 60 Prozent. ImUnterschied zur Erste AM führt die Anpassung damit weniger zu einer dauerhaften Verschiebung der Allo- kation als zu einer Rückkehr in Richtung der ursprünglichen Struktur. Konsequent aktienlastig 1RFK RȬHQVLYHU SRVLWLRQLHUW sich die Gutmann KAG histo- risch. Die Aktienquote lag vor der Finanzkrise bei rund 70 Prozent und wurde auch in GHQ GDUDXȬROJHQGHQ .ULVHQ - phasen nur geringfügig redu- ziert. Selbst in der Eurokrise bewegte sie sich weiterhin nahe dieser Marke, erst zuletzt lag sie nur noch bei rund 52 Prozent. „In ruhigen Zeiten sind es die Teams im Bereich Aktien, Anleihen und Portfo- liomanagement, die die Stra- tegie erfolgreich umsetzen. In Stressphasen ist die Rolle des CIO gefragter“, sagt CIO Robert Karas und verrät weiter: „Für mich sind es vor allem viele kleine Schritte, die über die Zeit die Strategie auf neue Wege führen.“ Die Zahlen bestätigen auch diese Stra- tegie. Während andere Anbieter in Kri- senphasen das Risiko deutlich reduzieren, bleibt Gutmann vergleichsweise stark in Aktien investiert und passt die Allokation nur schrittweise an. Der Anleihenanteil wurde erst in den vergangenen Jahren spürbar erhöht: von rund 25 Prozent vor der Finanzkrise auf knapp 43 Prozent in der Zinswendephase. Im Vordergrund steht damit weniger die kurzfristige Anpassung an einzelne Marktphasen als eine dauerhaft aktienorientierte Grund- ausrichtung, die in vielen kleinen Schrit- ten weiterentwickelt wird. Deutlich konstanter agiert hingegen Amundi Austria. Die Aktienquote bewegt sich seit der Finanzkrise stabil im Bereich von rund einemDrittel – etwa 31 Prozent in der Finanzkrise bis zuletzt rund 33 Prozent in der Zinswendephase –, wäh- rend Anleihen dauerhaft deutlich über 60 Prozent liegen. „Das Management von Amundi Dachfonds erfolgt seit jeher auf %DVLV HLQHV NODU GHljQLHUWHQ ,QYHVWPHQW - prozesses, der sich auch in schwierigen Marktphasen bewährt hat“, erklärt Ste- phan Lukesch, Senior Portfolio Manager im Bereich Solutions. Dieser Prozess wurde laufend weiterent- wickelt, unter anderem durch einen haus- eigenen volkswirtschaftlichen Thinktank, die stärkere Einbindung geopolitischer Analysen sowie den Ausbau quantitativer Modelle. Im Unterschied zu den anderen Anbietern steht hier weniger die Anpas- sung der Allokation im Vor- dergrund als die konsequente Umsetzung eines stabilen, pro- zessgetriebenen Investment- ansatzes. Viele Wege zum Ziel Und was bringt das für die Performance? Ein Blick auf die langfristige Entwick- lung zeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. So weist Amundi Austria seit 2004 eine Performance von rund 142 Prozent auf, während 3 Ban- ken-Generali sogar auf mehr als 170 Prozent kommt. CORNELIA FUSSI FP Heinrich Hemetsberger, Kepler: „Der Fokus hat sich in den letzten Jahren von risikominimierenden zu chancenorientiertenMaßnahmen verschoben.“ 204 fondsprofessionell.at 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Dachfonds FOTO: © BANK GUTMANN, CHRISTOPH STAUDINGER I KEPLER-FONDS KAG Durchschnittliche Allokation So positionieren sich die größten Anbieter Die Grafik zeigt die durchschnittliche Asset-Allokation über alleMarkt- phasen hinweg. Quelle:FONDSprofessionell|sortiertnachVolumen inDachfonds|Stand:31.12.2025 0% 20% 40% 60% 80% 100% 3 Banken- Generali Gutmann KAG Raiffeisen KAG Kepler Fonds Amundi Austria Erste Asset Management Aktien Anleihen Geldmarkt Rest Robert Karas, Gutmann KAG: „Für mich sind es vor allemviele kleine Schritte, die über die Zeit die Strategie auf neueWege führen.“
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