FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
ber“, so Rapatz. Unter der Konzession von Black Manta können vertraglich gebunde- ne Vermittler europaweit digitale Assets vertreiben, die als „Finanzinstrumente“ gelten und regulatorisch wie Aktien, Anlei- hen oder Fonds behandelt werden. Dazu zählen Security Token, die Eigentum an realen Vermögenswerten wie Immobilien, Staatsanleihen oder Unternehmen digital abbilden. Für deren Vertrieb verlangt die (8:HUWSDSLHUUHJXOLHUXQJ 0LljG ,, HQW - weder eine eigene Wertpapierlizenz oder einen beaufsichtigten Rechtsträger. Black Manta verfügt über eine Lizenz der deut- VFKHQ )LQDQ]DXIVLFKW %DljQ Das Haftungsdach nutzen derzeit vor allem größere Plattformen: Kryptobörsen, Finanzunternehmen aus Drittstaaten RKQH 0LljG ,, /L]HQ] RGHU 7RNHQ (PLWWHQ - ten. Individuelle Vermögensberater seien bisher – bis auf eine Ausnahme – noch keine Kunden. „Wir schließen das nicht aus, wenn der Geschäftsfall passt. Wir haben aber noch keine Werbung in diese Richtung gemacht“, sagt Rapatz. Obwohl das Segment lange im „Tarnkappenmo- dus“ gelaufen sei (eine Homepage dafür gibt es erst seit Kurzem), seien ständig Anfragen hereingekommen. „Unser Vor- teil ist, dass andere Haftungsdächer das Thema Krypto noch weniger angreifen“, so Rapatz. Seine Erwartung: „Im Haf- tungsdachgeschäft sehen wir in nächster Zeit das größte Potenzial.“ Anschub dürfte da die junge europäi- sche Kryptoregulierung MiCAR bringen, die für Krypto-Assets gilt, die keine Wert- SDSLHUH )LQDQ]LQVWUXPHQWH QDFK 0LljG II sind, sondern als „Kryptowerte“ einge- stuft werden. Zu den Kryptowerten nach MiCAR zählen die bekanntesten Coins wie Bitcoin oder Ether, und auch die Stablecoins fallen darunter. Wer in Europa solche Werte vertreiben oder dazu bera- ten will, braucht seit 2025 eine gesonderte Lizenz als CASP (Crypto Asset Service Provider). Die Abgrenzung zwischen Pro- GXNWHQ QDFK 0L&$5 XQG .U\SWRljQDQ] - LQVWUXPHQWHQ :HUWSDSLHUHQ QDFK0LljG ,, ist oft unscharf. Handelsplattformen, die primär Bitcoin und Co. (Kryptowerte) ver- treiben, bieten jedenfalls meist auch toke- nisierte Wertpapierprodukte an. Greifen sie für diesen Bereich auf Haftungsdächer zurück, ersparen sie sich eine eigene Wert- papierlizenz. Für die CASP-Konzession ist das hingegen nicht möglich. Krypto-Steuerberatung EU-weit gab es bei Redaktionsschluss nur rund 200 CASPs, in Österreich neun. Das jüngste unter ihnen steht stellvertre- tend für den Professionalisierungsgrad der hiesigen Kryptobranche. Im April erhielt die Wiener Validvent Technology GmbH von der Finanzmarktaufsicht FMA die CASP-/MiCAR-Genehmigung. Im Kern ist Validvent eine Steuerbera- tung mit Schwerpunkt auf Kryptopro- dukte, ergänzt ummehrere Services: etwa eine Treuhandlösung, bei der Kryptowerte zur Begleichung von Steuerzahlungen ein- gesetzt werden können, oder ein Crypto Asset Advisory. Zum einen werden dabei gemeinsame Anlagestrategien erarbei- tet. Zum anderen hat sich das Team auf Dienstleisteranalysen spezialisiert. „Wir können den Kunden sagen, diese Platt- form, Wallet oder Depotstelle ist momen- tan für dich die mit den besten Konditio- nen. Dieses Feld ist unübersichtlich“, sagt Co-Gründer und Geschäftsführer Georg Brameshuber. Portfoliomanagement bie- tet Validvent momentan nicht an, liefert dafür aber Unterstützung, etwa bei Doku- mentation oder Herkunftsnachweisen. Zum Leistungsspektrum gehören zudem Investments in tokenisierte Kunstwerke. +ÌXljJ VHLHQ GLH 9DOLGYHQW .XQGHQ WHFK DȯQH 8QWHUQHKPHU .U\SWRLQYHVWRUHQ die manchmal den Großteil ihres Geldes in digitale Assets investieren, und inter- national tätige Branchenmitarbeiter, für die der Vermögenstransfer auf der Block- chain Vorteile hat, erzählt Brameshuber. Krypto-Assets hätten zudem in Krisen- zeiten ihre Tauglichkeit als grenzüber- schreitendes Transfermittel unter Beweis gestellt. Den Ausbruch des Ukrainekrieges habe er durch einen Anfrageanstieg in der Steuerberatung „extrem“ gespürt, so Brameshuber. Im Durchschnitt hätten seine Kunden 50.000 Euro in Krypto investiert. Sie seien VHKU PRELO ZDV GDV 9HUPĆJHQ EHWULȬW Was eigentlich verständlich ist: Wennman schon einen Steuerberater hat, der das Onboarding beim Plattformwechsel orga- nisiert, dann nutzt man ihn wohl auch. Die Transparenz bei Krypto-Asset-Trans- aktionen sei heute hoch: „Wir verwenden Softwaretools, die ja auch Steuertools sind, wo jeder Wechsel minutiös dargestellt wird“, so Brameshuber. Auch andere österreichische Unterneh- men haben in der Kryptowelt Standards gesetzt. Um aus der Bandbreite einen herauszugreifen: Der Wiener Benjamin Levit ist Mitgründer der – nach Eigenan- gaben – ersten Ratingagentur für Stable- coins. Gestartet vor zwei Jahren in den fondsprofessionell.at 2/2026 187 FOTO: © BLACK MANTA CAPITAL PARTNERS » Im Haftungsdach- geschäft sehen wir in nächster Zeit das größte Potenzial. « Alexander Rapatz, Black Manta
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