FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026
Swiss Life Select beteiligt sich am Vermögensverwalter WSS . Hinter dem Deal steckt mehr als nur Wachstum: Beide reagieren damit auf einen Markt, der durch Regulierung, höhere IT-Anforde- rungen und Nachfolgefragen zunehmend unter Druck gerät. D er österreichische Markt für Vermö- gensverwaltung steht vor einer neuen Phase der Konsolidierung. Steigende regulatorische Anforderungen, wachsen- der technischer Aufwand und ungelöste Nachfolgefragen setzen viele kleinere und mittlere Anbieter unter Druck. Vor die- sem Hintergrund ist die Mehrheitsbeteili- gung von Swiss Life Select an der Linzer WSS Vermögensmanagement mehr als ein klassischer Zukauf: Sie ist ein Signal für die strategische Neuausrichtung eines ganzen Marktsegments. Im Gespräch erklären Swiss-Life-Select-CEO Christoph Obererlacher und WSS-Gründer und Geschäftsführer Markus Weissörtel die Hintergründe des Deals. Herr Obererlacher, Herr Weissörtel, was warendiezentralenBeweggründefürdiese Beteiligung? Christoph Obererlacher: Für uns ist das ein konsequenter nächster Schritt. Wir haben uns im Bereich Vermögensverwaltung schon vor Jahren strategisch aufgestellt, unter anderem durch den Erwerb einer entsprechenden Lizenz. Vermögenspla- nung betreiben wir seit mehr als 30 Jah- ren, und wir haben in Österreich bereits ein starkes Vorsorge- und Investmentge- schäft aufgebaut. Unser Ziel war, im Wealth Management weiter nach oben zu gehen und noch stärker anspruchs- volle vermögende Kundinnen und Kun- den zu betreuen. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren Kompetenzen aufge- baut – regulatorisch, technologisch und auch organisatorisch. Gleichzeitig sehen wir, dass der Markt anspruchsvoller wird. Wer in diesem Segment weiter wachsen will, braucht neben Kapital auch sehr viel Expertise. Deshalb war für uns klar: Wir wollen in diesem Bereich weiter zukau- fen, uns gezielt verstärken und skalieren. Insofern wollen wir die Beteiligung an der WSS über die kommenden Jahre auch noch aufstocken. Mit der WSS haben wir einen Partner gefunden, der fachlich, kul- turell und strategisch sehr gut passt. Wir haben uns imAugust 2024 kennengelernt und zunächst bewusst Zeit genommen. Im Lauf der Gespräche ist immer klarer geworden, dass die WSS hervorragend aufgestellt ist – mit starker Verankerung in Oberösterreich, einem Unternehmer- kundenschwerpunkt, sehr viel Erfahrung im Team und einer Geschäftsführung, die an Bord bleibt. Das war für uns entscheidend. Markus Weissörtel: Aus unserer Sicht war der Hauptgrund ein anderer: Wir wollten uns wieder stärker auf unser Kerngeschäft konzentrieren. Die WSS gibt es seit 21 Jah- ren. Wir sind als kleines Team gestartet und inzwischen auf 16 Personen gewach- sen. Mit dieser Größe entsteht eine ganz eigene Dynamik. Regulatorische Anfor- derungen, IT-Themen, DORA, Personal- führung, organisatorische Aufgaben – all das nimmt mittlerweile sehr viel Zeit in Anspruch. Das Problem ist: Je mehr Zeit man für diese Themen aufbringen muss, desto weiter entfernt man sich von dem, was man eigentlich kann und machen „Wir wollen die DNA erhalten“ » Unsere Geschäfts- modelle passen gut zu- einander, und gerade bei Themen wie Regulatorik und IT ist der Druck massiv gestiegen. « Markus Weissörtel, WSS VERTRIEB & PRAXIS Christoph Obererlacher | Swiss Life Select + Markus Weissörtel | WSS 180 fondsprofessionell.at 2/2026 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT
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