FONDS professionell Österreich, Ausgabe 2/2026

annähern. „Der Markt hat sich im Jahr 2025 insgesamt stabilisiert, daher stiegen das Transaktions- und das Exitvolumen an“, fasst Salvatore Iacangelo, Partner bei Amundi Alpha Associates, zusammen. Doch das Bild bleibt zweigeteilt: Mega- deals jenseits der Milliardenmarke tragen den Markt, während der Mid- und Small- Cap-Bereich verhalten bleiben. Birgit Schmolmüller, Geschäftsführerin von MPE Austria, sieht einen NODUHQ 6HJPHQWHȬHNW Ľ,P Large-Cap-Bereich wirken die hohen Zinsen gleichmehrfach bremsend. Deutlich robuster zeigen sich die kleineren Seg- mente. Im Lower Mid-Mar- ket kommt deutlich weniger Fremdkapital zum Einsatz, der Fokus liegt stark auf ope- rativer Wertsteigerung, für die NOHLQHUH 8QWHUQHKPHQ KÌXljJ mehr und schneller hebbares Potenzial bieten.“ Gleichwohl ist die aktuelle Lage mit der fragilen makro- ökonomischen Entwicklung und den vorhandenen Unsi- cherheiten für die ganze Branche nicht ganz einfach. „Allerdings hat sich für die Industrie fundamental nicht viel geändert: Privates Kapital ist in allen Branchen für die Unternehmen weiterhin wichtig“, betont Markus Pimpl, Managing Director bei der Partners Group. Private-Equity-Fonds interessieren sich bei ihren Investments insbesondere für Technologie, Medien und Telekommuni- kation. Unternehmenssoftware mit KI- Fähigkeiten, Cybersicherheit und digitale Infrastruktur erzielten zuletzt Premium- bewertungen. Aufgrund der kriegeri- schen Auseinandersetzungen um Europa herum rückten natürlich auch die Rüs- tungs- und die Verteidigungsindustrie in den Fokus. Exits: Sekundärmarkt als neue Lebensader Auch auf der Exit-Seite hat sich das Bild qualitativ wie strukturell verändert. Das IPO-Fenster bleibt für PE-Fonds in Europa weitgehend geschlossen, und strategische Unternehmenskäufer agieren zurückhal- tend. Die Folge: Mehr als drei Viertel des europäischen Exit-Werts im ersten Quartal HQWljHOHQ ODXW 3LWFKERRN DXI 9HUNÌXIH zwischen Investoren. Auch Continuation Funds und Secondaries gewinnen an Bedeutung. Doch nicht alle teilen die Sorge um die fehlenden Börsengänge: „Es ist zwar richtig, dass es nur relativ wenige Börsen- gänge in Europa gibt. Aber der IPO-Markt LVW QLFKW DOOHV 'DV *URV GHU ([LWV ljQGHW ohnehin außerhalb der Börse statt, und hier spielt der M&A-Markt, in dem sich die strategischen Investoren bewegen, eine wichtige Rolle“, relativiert Pimpl. In diesem Zusammen- hang verweist Schmolmüller auf das hohe ungenutzte Kapi- tal im Markt: „Exits erfolgen KÌXljJ DQ VWUDWHJLVFKH .ÌXIHU oder an größere Finanzinves- toren, bei denen weiterhin viel Dry Powder vorhanden ist, das in Arbeit gebracht wer- den muss.“ Wachsende Bedeutung kam zuletzt allen Branchenreports zufolge dem Sekundärmarkt zu. „Während traditionelle Exitkanäle, insbesondere IPOs, weiterhin unter Druck stehen, hat sich der Sekundärmarkt 150 fondsprofessionell.at 2/2026 SACHWERTE ELTIF FOTO: © MARKUS BACHER PHOTOGRAPHER | FONDS PROFESSIONELL, AMUNDI Verschlossene Börse Private-Equity-Exitkanäle in Europa Der Beteiligungsverkauf innerhalb der Branche dominiert die Private- Equity-Exits. Der Ausstieg über die Börse ist selten. Quelle:Pitchbook|Stichtag:31.3.2026 0 100 200 300 400 500 2026 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 Unternehmens- verkauf Börsen- gang Verkauf an andere Fonds Mrd. Euro Julia Babirath, Head of Sales Austria bei Edmond de Rothschild, glaubt fest an Europa. Der Convictions IV ELTIF investiert primär in Europa. Salvatore Iacangelo, Partner bei Amundi Alpha Associates, meint, dass sich der Private-Equity- Markt imvergangenen Jahr stabilisiert hat.

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