FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025
meln und daraus lernen. Erst dann kommt ein zweiter Schritt. Sie haben Sparpläne und Neobroker erwähnt. Wie verändert die Plattform- ökonomie Ihr Geschäft? Früher haben Sie ein aktiv gemanagtes Produkt über eine Story vertrieben. Heute müssen Sie darüber nachdenken, ob und wie Sie dort als Vollsortimenter agieren können, damit der Kunde Ihr Produkt auswählt – welche digitalen Erklärformate Sie liefern, die ohne Berater funktionieren. 6SDUSOÌQH PDFKHQ XQVHUH =XijĞVVH SUR JQRVWL]LHUEDU $3, 6FKQLWWVWHOOHQ KHOIHQ uns, Beratungsprozesse zu unterstützen. Es ist unser Ziel, innerhalb dieser Partner schaften unser Geschäft zu erweitern. Sehen Sie dadurch Konflikte mit klassi- schen Vertriebskanälen? Nein, eher ein Lernen voneinander. Gerade bei Themen wie Dekumulation zeigt sich das. Klassische Vertriebspartner übernehmen digitale Prozesse, Plattfor men entwickeln Beratungselemente und werden persönlicher. Für uns ist es ein Zusammenspiel. Wir sind Lösungsanbie ter für beide Welten. Wir prüfen, welche technologischen Fähigkeiten sich ergän zen, welche Erfahrungen und Ideen sich ĞEHUWUDJHQ ODVVHQ XP .XQGHQ Hȯ]LHQWHU und individueller zu bedienen. WelcheRollespieltÖsterreichfürSie global? UndwarumwirdÖsterreichinzwischenvon Italienausgesteuert? Österreich ist für uns sehr wichtig – einer seits als eigenständiger Markt, anderer seits als Hub für Osteuropa. Wir gehören hier zu den größten Asset Managern und haben in den vergangenen Jahren starkes Wachstum gesehen. Wichtig ist auch die Kontinuität im Team. Viele Kolleginnen und Kollegen sind seit Jahren dabei. Das sorgt für Beständigkeit im Vertrieb und ermöglicht organisches Wachstum. Wir haben die europäischen Retailmärkte – Italien, Spanien, Österreich – unter einer einheitlichen Führung gebündelt. So nut zen wir Synergien und können überregio naler agieren, gerade bei großen Kunden wie Versicherungen oder Pensionsfonds. Gleichzeitig bleibt Österreich lokal stark aufgestellt mit einem erfahrenen Team, das Stabilität bietet. Alexia Giugni, die seit September 2022 von Mailand aus GHQ 9HUWULHE LQ GHU (0($ 5HJLRQ RKQH Deutschland und Österreich geleitet hat, ist seit Jahresanfang auch für Österreich ]XVWÌQGLJ XP 6\QHUJLHQ ]X VFKDȬHQ Gerade im institutionellen Geschäft ist es wichtig, Märkte überregional zu bedie nen. Deshalb ist die Bündelung sinnvoll. Gleichzeitig bleibt die lokale Verantwor tung in Österreich klar verankert, und Oliver Trienes leitet das Team weiterhin von Frankfurt aus. In den vergangenen Jahren gab es viele Personalwechsel bei der DWS – auch auf höchster Ebene. Kann man heute sagen, dasswiederRuheeingekehrt ist? Ruhe ist nicht das Ziel. Für uns steht Leistung im Vordergrund – und damit eine Kultur, in der Ergebnisse im besten Interesse unserer Kunden zählen. Ver änderungen haben bei uns immer einen Grund: entweder strukturell, wenn wir uns weiterentwickelnmüssen, oder perfor mancebedingt, wenn Ziele nicht erreicht wurden. Beständigkeit ist wertvoll, ja, aber nicht um den Preis von Stillstand. Gleich zeitig gelingt es uns, erstklassige Exper ten vom Markt zu gewinnen und intern Talente zu entwickeln. Das ist wichtig, weil Kunden Verlässlichkeit schätzen – und weil eine starke Mannschaft die Basis für organisches Wachstum ist. Vielen Dank für das Gespräch. GEORG PANKL FP KURZ-V I TA : Dirk Görgen Dirk Görgen kamEnde 2018 zur DWS und leitet den globalen Vertrieb und dasMarketing für alle Anlage- klassen. Darüber hinaus ist er Regionalleiter der Region Amerika, nachdemer zuvor in NewYork ansässigwar und als CEO Americas der DWS in der Region tätigwar. Von 2016 bis 2018 leitete Görgen den Privatkundenvertrieb beimDWS-Mutterkonzern Deutsche Bank. » Wir sind Lösungs- anbieter für beide Welten. « Dirk Görgen, DWS fondsprofessionell.at 4/2025 209 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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