FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025

und nur eines nach Europa. Neben der regulatorischen Fragmentierung sei auch ein fehlender Sinn für die Dringlichkeit eines tiefen Kapitalpools ausschlaggebend. „Wir stehen in einem globalen Wettbe- werb, wer in der Generation der nächsten Leitbetriebe vorn dabei sein wird. China und die USA setzen zu 100 Prozent auf das Innovationsthema. Europa spricht davon, machts aber nichts“, so Holle. Europas Kapitalgeber müssten die Investi- tionen – insbesondere in Eigenkapital – „verzehnfachen, damit wir auf globaler Ebene mithalten können, und das muss innerhalb weniger Jahre passieren“, so Holle. Die Geschwindigkeit in Europa sei zu gering. In den USA tragen nicht nur Pensionskassen, Versicherungen oder die Universitätsstiftungen, die oft große Teile ihrer Vermögen in Venture Capital inves- tieren, stärker zu einem tiefen Kapital- markt bei. Auch sei es für Unternehmen an den US-Börsen leichter, sich dort sehr viel Geld für Zukäufe zu besorgen. Das führt dazu, dass innovative europäische Wachstumsunternehmen, wenn sie einen Exit anstreben, von US-Unternehmen gekauft werden. Ein aktuelles Beispiel ist der schwedische KI-Spezialist Sana, einer der Top-Player in dem Bereich, der vom US-Unternehmen Workday gekauft wurde. „Das ist nicht, was wir wollen“, so Holle. Allein dass jedes europäische Land vehement seinen Börsenplatz verteidige, statt die Kräfte in Europa zu bündeln, hält er für fragwürdig. „Wenn wir nicht bald einen zentralen europäischen Börsenplatz haben, gehen die Unternehmen in die USA, und niemand hat gewonnen. Wir brauchen eine europäische Technologie- börse“, so der Start-up-Experte. » Wir brauchen eine europäische Technologiebörse. « Oliver Holle, Speedinvest fondsprofessionell.at 4/2025 189 FOTOS: © CATI DONNER | FMA Franz Gasselsberger , Generaldirektor der Linzer Oberbank AG, kritisierte seine eigene Branche für zu wenig genau geprüfte Immobiliengroßprojekte. Eröffnungsdiskussion über die Anti-Geldwäsche-Bemühungen der EU und die dazugehörende Behörde AMLA (v.l.): Silvia Allegrezza (Université du Luxembourg), Bruna Szego (AMLA), Mariana Kühnel (FMA), Michael Höllerer (RLB NÖWien), Sonja Brandtmayer (Wiener Städtische). Floria Bade , Präsidentin, sheconomics Austria, hofft, dass Neobroker das Interesse von Frauen an Anlagethemen besser aufgreifen. FMA-Fachfrau Fiona Springer (Stv. Abteilungs- leiterin) präsentierteZahlenüber neue jungeAnleger, die während der Pandemie eingestiegen sind. Corinna Milborn (Informationsdirektorin ProSieben.Sat1.Puls 4 ) führtewie bereits in den Vorjahren durch die Veranstaltung.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=