FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025

Nachwuchs gesucht Digitalisierung, Demografie und ein neues Berufsverständnis prägen den Finanzvertrieb im Jahr 2025. Während erfahrene Berater den Ruhestand planen, sucht die Branche nach jungen Talenten. D as Thema ist alt, die Brisanz neu: Der österreichische Finanzvertrieb steht 2025 stärker denn je im Spannungsfeld ]ZLVFKHQ GHP GHPRJUDljVFKHQ :DQGHO und einem zunehmend digitalen Markt- XPIHOG :ÌKUHQG LQ GHQ HU -DKUHQ der Fachkräftemangel in der Finanz- beratung eher als langfristige Sorge galt, ist er heute Realität. Die Zahl der aktiven Berater – gewerbliche Vermö- JHQVEHUDWHU XQG :HUWSDSLHUYHUPLWWOHU zusammen – ist laut aktuellen Erhebun- JHQ GHU :LUWVFKDIWVNDPPHU YRP 0ÌU] 2025 auf rund 3.586 Personen gesunken. Das entspricht einem Rückgang von ĞEHU HLQHP 'ULWWHO JHJHQĞEHU DOV noch rund 5.600 Berater aktiv waren. Gleichzeitig zeigen sich neue Strukturen XQG 6WUDWHJLHQ GLH GHU %UDQFKH +RȬ- nung geben: Professionalisierte Nach- wuchsprogramme, digitale Plattformen XQG ijH[LEOH 5XKHVWDQGVPRGHOOH VROOHQ GLH 6FKHUH ]ZLVFKHQ $OW XQG -XQJ VFKOLH- ßen – mit bisher gemischtem Erfolg. Im -DKU XQWHUVXFKWH )21'6 SURIHV- sionell erstmals die Altersstruktur der Haftungsdächer. Damals lag der Schwer- punkt der Beraterschaft klar zwischen XQG -DKUHQ -XQJH )LQDQ]EHUDWHU unter 30 waren rar. Zugleich zeigten sich die Vertriebe unschlüssig, wie sie neuen Nachwuchs gewinnen sollten. Das Berufsbild galt als attraktiv, doch der (LQVWLHJ ZDU VFKZLHULJ ł NRPSOH[H 5HJX- lierungen, hohe Ausbildungskosten und HLQ RIW IHKOHQGHV )L[HLQNRPPHQ KLHOWHQ viele potenzielle Bewerber ab. Die aktu- elle Auswertung der Altersstruktur (siehe *UDljN ]HLJW HLQH GHXWOLFKH 9HUVFKLHEXQJ QDFK REHQ :ÌKUHQG QRFK UXQG HLQ 9LHUWHO GHU %HUDWHU XQWHU -DKUH DOW ZDU OLHJW GLHVHU $QWHLO KHXWH EHL XQWHU Prozent. Die stärkste Gruppe stellen 2025 GLH ELV -ÌKULJHQ JHIROJW YRQ GHQ ELV -ÌKULJHQ 'HU $QWHLO GHU ĞEHU -ÌKULJHQ LVW YRQ UXQG ]HKQ DXI ĞEHU 20 Prozent gestiegen – ein klares Zeichen dafür, dass viele erfahrene Berater länger aktiv bleiben, statt in Pension zu gehen. Ein Grund dafür liegt in den neuen Modellen der Bestandssicherung: Anstatt abrupt aufzuhören, bleiben ältere Bera- ter oft in reduzierter Form tätig, geben schrittweise Kundenbestände weiter oder bleiben als Mentoren in Netzwerken ein- gebunden. Neue Generation Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Gewinnung junger Beraterin- QHQ XQG %HUDWHU :ÌKUHQG GLH =DKO GHU Pensionierungen steigt, gelingt es der Branche bislang nur begrenzt, junge Men- schen für den Beruf zu begeistern. Chris- tian Schuller, Geschäftsführer von Top Ten, sieht darin eine zentrale Zukunfts- IUDJH Ľ:LU ELHWHQ MXQJHQ %HUDWHUQ KRFK- wertige Leads, Mentorship-Programme und eine moderne, technologiegestützte Arbeitsumgebung. Unser Ziel ist, den Einstieg so attraktiv und erfolgreich wie möglich zu gestalten.“ Das Unternehmen setzt dabei auf ein durchgängiges Ein- stiegsprogramm, das den Übergang zur Selbstständigkeit begleitet – von Schu- OXQJHQ ĞEHU ljQDQ]LHOOH 6WDUWKLOIHQ ELV ]X ijH[LEOHQ 9HUJĞWXQJVPRGHOOHQ )ĞU 6FKXO- ler ist klar, dass ein klarer Karrierepfad Der Finanzvertrieb steht vor der Herausforderung, dass das Durch- schnittsalter der Vermögensberater steigt. Auch amFONDS professionell KONGRESS 2025war dieser Trend zu bemerken. 180 fondsprofessionell.at 4/2025 VERTRIEB & PRAXIS Finanzvertrieb FOTO: © GÜNTER MENZL | FONDS PROFESSIONELL

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