FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025
Aktuelle Lage Dem Wiener Büromarkt attestiert die Union grundsätzlich eine robuste Verfas- sung. 2024 lag die Vermietungsleistung mit 160.000 Quadratmetern nur knapp unterhalb des Vorjahresniveaus. Trotz der im Vergleich mit den Vorjahren erhöhten Zahl an Neubaufertigstellungen blieb die Leerstandsrate am Ende des vierten Quar- tals 2024 im Jahresvergleich konstant bei 3,6 Prozent. Aufgrund des nur begrenzt verfügbaren Angebots an modernen Flä- chen waren die Spitzenmietpreise in den zurückliegenden zwölf Monaten stabil. Obwohl sich die heimische Immo- bilien- und Baubranche noch im Krisen- PRGXV EHljQGHW IĞKUW DQ GHU 0RGHUQL- sierung kein Weg vorbei: Sowohl Mieter als auch institutionelle Investoren fordern Nachhaltigkeit. Der Haken an der Sache laut CBRE-Experte Steinke: „Entwickler scheuen aktuell vor spekulativen Baustarts ]XUĞFN ZHVKDOE QHXH %ĞURijÌFKHQ QXU im moderaten Umfang auf den Markt kommen.“ Positiv ist daran, dass die Leer- standsrate in Wien mit unter vier Prozent weiterhin eine der niedrigsten in Europa bleiben soll. Homeoffice Der Ruf nach modernen Angeboten hängt nicht nur mit ökologischen Aspekten zusammen. Ernst zu nehmen- de Konkurrenz besteht auch GXUFK GDV +RPHRȯFH 3UR- phezeiungen, dass das klassi- sche Büro in Zukunft nicht mehr existieren wird, sind zwar bisher nicht eingetrof- fen. Was jedoch richtig ist: Remote Work hat die Art und Weise des Zusammenarbei- tens stark verändert. Das Büro wird heute nicht mehr nur als Arbeitsstelle, sondern als Ort des Zusammenkommens und der Interaktion gesehen. „Deshalb sollte es ein besonderes Element haben, mit dem das Büro ein Erlebnis ist und die Kommunikation mit Kollegen gefördert wird“, erläuter Louis Obrowsky, Geschäftsführer der LLB Immo KAG, die neuen Anforderungen. Rückkehr ins Büro Der direkte Kontakt von Mitarbeitern und Kunden ist in vielen Branchen die Basis für langfristigen Erfolg, und das VFKOÌJW VLFK LQ GHQ %DFN WR 2ȯFH 6WUDWH- gien nieder. Union-Managerin Zeiringer LVW ĞEHU]HXJW Ľ+RFKZHUWLJH %ĞURijÌFKHQ mit guter Infrastruktur bleiben auch künf- tig stark nachgefragt.“ Laut dem aktuellen Ľ(XURSHDQ 2ȯFH 2FFXSLHU 6HQWLPHQW Survey 2025“ von CBRE haben 54 Pro- zent der befragten Unternehmen aktuell mindestens drei Präsenztage im Büro festgeschrieben. Zudem erwartet fast die Hälfte der Firmen, dass die Präsenzzeit im Büro wieder steigen wird. Das erklärt, warum der Flächenver- brauch (noch) nicht dramatisch zurück- geht. Nach Angaben von CBRE-Resear- cher Steinke mieten Firmen am Ende ihrer Flächensuche zugunsten vergrößer- ter Konferenz-, Meeting- und Lounge- Bereiche oft nur geringfügig kleinere Flächen als zuvor an, meist liegt der Rück- gang bei maximal zehn Prozent zur vorhe- rigen Fläche. Wernhart von EHL beobach- tet Reduktionen um bis zu 20 Prozent bei gleichzeitigen qualitativen Verbesserun- gen: „Das trägt maßgeblich dazu bei, die Motivation der Mitarbeiter zur Präsenz im Büro zu stärken.“ Bürogemeinschaft 0D[LPDO ijH[LEHO XQG PHLVW modern und hip sind „Co- Working Spaces“, die in grö- ĕHUHQ 0HWURSROHQ ]X ljQGHQ sind. Die Anbieter vermieten stunden- und tageweise oder auch länger Arbeitsplätze inklusive Infrastruktur, wobei LQ GHU UHODWLY RȬHQHQ $UFKL- tektur die Mieter nicht wie in klassischen Bürogemeinschaf- ten voneinander abgeschottet sind. Bekannte Co-Working- %HWUHLEHU VLQG 'HVLJQ 2ȯFHV WeWork und IWG mit den 152 fondsprofessionell.at 4/2025 SACHWERTE Büromarkt FOTO: © UNION INVESTMENT Europameister Büroleerstand im europäischen Vergleich Vor zehn Jahren lag die Leerstandsrate inWien bei über fünf Prozent. Das war auch damals ein Spitzenwert. Quelle:EHLMarketResearch|BNPParibasRealEstate|Q3/2025 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% Paris (Central) Frankfurt Warschau Mailand Madrid London (Central) München Berlin Prag Amsterdam London (West End) Paris (CBD) Wien Leerstandsraten im europäischen Vergleich 11,2 % 7,9 % 3,6 % » Hochwertige Büroflächen mit guter Infrastruktur bleiben auch künftig stark nachgefragt. « Petia Zeiringer, Union Investment
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