FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025

Ihnen sagen: Der Fonds erwirtschaftet für seine Anleger mit den Immobilien eine regelmäßige und stabile Rendite, aber „reich“, wie derzeit allen Immobilienbe- sitzern unterstellt wird, kann man damit nicht werden. Amann: In Österreich schreckt besonders ab, dass sich niemand mit den mietrecht- lichen Regelungen auskennt, weil sie zu kompliziert sind. Daher wäre ein einheit- liches und einfach zu verstehendes Miet- recht wünschenswert, das einigermaßen einen Ausgleich zwischen Vermieter und 0LHWHU VFKDȬW $XV PHLQHU 6LFKW LVW HV ganz wichtig, dass es im Endspurt der aktuellen Wohnrechtsreform möglichst keine Ausnahmen gibt und dass wir auf Dauer möglichst dieselben Regelungen für möglichst alle Bestände bekommen. Dann kann man sich wieder auf das Geschäft konzentrieren. WelcheMaßnahmensinderforderlich,damit dernotwendigeWohnrauminsbesonderein Ballungsräumenentsteht? Niedermühlbichler: Beim Neubau sind die Grundstückspreise ein großer Hebel. 6LH VLQG GDYRQJDORSSLHUW XQG GHVZHJHQ JODXEH LFK GDVV GLH ĆȬHQWOLFKH +DQG KLHU Maßnahmen setzen muss. Die Mobilisie- UXQJ YRQ ĆȬHQWOLFKHQ *UXQGVWĞFNHQ LVW im Regierungsprogramm vorgesehen. ,Q GHU 6WDGW :LHQ YHUVXFKHQ ZLU PLW GHU Flächenentwicklungskarte für den geför- derten Wohnbau die Grundstückspreise zu dämpfen. Köttl: Es ist nicht der Grundstückspreis allein! Wir brauchen schnellere Verfahren. Es dauert alles lang, und das ist in Zeiten von relativ hohen Zinsen echt ein Thema. Man könnte mit einfachen Maßnahmen Verfahren konzentrieren und sie trotz- dem rechtssicher und anrainergerecht abwickeln. Dadurch könnte man zwei bis drei Jahre sparen und die Ware schnel- ler auf den Markt bringen. Was kaum jemand sieht: Wir haben Produktions- zeiten von zirka fünf bis sechs Jahren. Das heißt: Alles, was jetzt gemacht wird, wird sich erst in fünf bis sechs Jahren amMarkt widerspiegeln. Undmanmuss das Produkt noch einmal neu denken. Leistbares Woh- nen hat andere Komfort-Features als ein KHUNĆPPOLFKHU IUHL ljQDQ]LHUWHU %DX (LQ Beispiel: Mit 500 Euro Grundstückskosten, 2.500 Euro Baukosten und den Nebenkos- ten ist es schon relativ schwer, eine leist- bareMiete anzusetzen. Wennman also die Verfahren beschleunigt, die Grundstücks- SUHLVH LQ GHQ *ULȬ EHNRPPW XQG GDGXUFK die Zinsbelastung auf die Immobilie redu- ziert, hat man drei starke Hebel. Wie können die Baukosten denn reduziert werden? Das wurde in den vergangenen Jahren mit dem Verweis auf die allgemei- ne Preisentwicklung kategorisch ausge- schlossen. Köttl: Man kann die Produktmerkmale, also die Bauausstattung, verändern. Dafür gibt es gute Beispiele im benachbarten Ausland, beispielsweise in Deutschland, mit leicht komfortreduzierten Wohnun- gen, wo keiner merkt, dass es so ist. Es geht hier wie auch beim Wohnrecht darum, einen Blick darauf zu werfen, ob wirklich alle Anforderungen sachgerecht sind, ohne die Benutzer zu benachteiligen. Und ich glaube, dass es Themen gibt, bei GHQHQ PDQ UDVFK HLQHQ .RQVHQV ljQGHQ kann. Müsstemannicht vielmehr indenBestand, also in die Nachverdichtung, die Reaktivie- rung von brachliegenden Flächen und in dieUmwidmungvongewerblichenFlächen investieren? Köttl: Es gibt hier Hürden wie zum Bei- fondsprofessionell.at 4/2025 147 FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL | MARLENE.AT » Es geht darum, einen Blick darauf zu werfen, ob wirklich alle Anforderun- gen sachgerecht sind. « Andreas Köttl, VÖPE Der promovierte Jurist Andreas Köttl war 13 Jahre CEO des Projektentwicklers Value One, ehe er imJuni 2024 über einManagement-Buy-out gemeinsammit Walter Hammertinger das operative Development-Geschäft von Value One übernahmund in die Nxt Real Estate überführte. Ehrenamtlich ist er VÖPE- und ÖGNI-Präsident.

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