FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2025

Editorial MEINUNG D ie Frage der FMA-Kosten ist längst kein technisches Detail mehr, sondern ein strukturelles Problem für ÖsterreichsWertpapierbranche. Seit Jahren steigen Aufwand und regulatorische Komplexität stetig an. Mit demUrteil des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) zumdelegierten Fondsmanagement imJahr 2023 wurde allerdings ein Punkt erreicht, an dem das fragile Gleichgewicht endgültig zu kippen droht. Was als juristische Feinheit begann – die Einstu- fung der Drittportfolioverwaltung als kollektive statt individuelle Vermögens- YHUZDOWXQJ ł HQWZLFNHOW VLFK ]XP ljQDQ]LHOOHQ 3XOYHUIDVV =DKOUHLFKH 8QWHU- QHKPHQ VWHOOHQ LKUH =DKOXQJHQ HLQ EHHLQVSUXFKHQ .RVWHQYRUVFKUHLEXQJHQ und ziehen sich aus demSubrechnungskreis 3 zurück. Die Folge: ein Loch von rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr – die die FMA nicht einheben kann –, das irgendjemand stopfen muss. Und dabei geht es aktuell nur um jene Wertpa- SLHUljUPHQ GLH GLH .RVWHQEHVFKHLGH DXFK WDWVÌFKOLFK EHHLQVSUXFKW KDEHQ 'LH GHOHJLHUWHQ9HUZDOWHU ZROOHQ QLFKW ]DKOHQ GLH YHUEOHLEHQGHQ:HUWSDSLHUljUPHQ können nicht zahlen, Banken und Versicherungen wollen nicht noch mehr zahlen – und der Bund lehnt es ab, substanzielle Mehrausgaben zu stemmen. Der staatliche Beitrag, einst bei rund 30 Prozent der FMA-Kosten, liegt heute EHL PDJHUHQ IĞQI 3UR]HQW 1XQ GURKW HLQH GUDPDWLVFKH =XVSLW]XQJ %UDQFKHQ- vertreter warnen vor Kostenbelastungen von vier bis fünf Prozent des Umsat- ]HV )ĞU YLHOH NOHLQH XQG PLWWOHUH :HUWSDSLHUljUPHQ ł LQVEHVRQGHUH :3'/8 – wäre das gleichbedeutend mit dem wirtschaftlichen Aus. Die FMA selbst ist gesetzlich gebunden und hat keinen Spielraum; gleichzeitig bleibt unklar, ob die Kostenverteilung tatsächlich verursachergerecht erfolgt. Die fehlende Transparenz verschärft die Situation: Eine Aufsicht, die Transparenz fordert, OHJW LKUH HLJHQHQ .RVWHQPRGHOOH QLFKW RȬHQ ZÌKUHQG HLQH %UDQFKH XQWHU VWHL- JHQGHQ 5HJXOLHUXQJVDXijDJHQ HLQH %HKĆUGH ljQDQ]LHUHQ VROO GHUHQ 3HUVRQDO und Strukturkosten seit Jahren wachsen. Der Gesetzgeber wiederum wartet seit Jahren auf eine einfache Lösung – eine, die es nicht gibt. Österreich braucht dringend ein neues, transparentes und vor allem faires Modell der Aufsichts- kosten – eines, das kleine Marktteilnehmer nicht überproportional belastet, während andere Rechnungskreise durch Deckel geschützt werden. Kurz: ein Modell, das verhindert, dass die Aufsicht selbst zur Quelle von Instabilität am Finanzmarkt wird. FP FMA-Kosten : Ein System vor demKipppunkt Ihr Georg Pankl, Chefredakteur FOTO: © MARLENE FRÖHLICH FÜR FONDS PROFESSIONELL fondsprofessionell.at 4/2025 11

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