FONDS professionell Österreich, Ausgabe 1/2023

gangslage. „Als Fondsmanager ergibt es wenig Sinn, in ein Segment zu investieren, das niedriger rentiert, als die Kun- den an Gebühren zahlen.“Wer zudem mit einer hohen Anlei- henquote in die vergangenen Quartale hineingesteuert war, habe herbe Einbußen erlitten. „Die Performanceeinbrüche an den Rentenmärkten reichten zum Teil an die Verluste von Aktienmärkten heran“, sagt der Manager des DJE Multi Asset & Trends. Er hatte die Anlei- henquote deutlich auf gut zehn Prozent reduziert. „Doch die Lage hat sich über die ver- gangenen Monate massiv gewandelt“, sagt Rehmann. „Schon bei kürzeren Laufzeiten erhalten Anleger wieder attraktive Kupons.“ Man müsse gar keine höheren Risiken ein- gehen und etwa längere Laufzeiten oder schwächere Bonitäten wählen, um eine gute Rendite zu erzielen. „Nun haben wir die Anleihenquote deutlich erhöht. Sie ran- giert derzeit bei 17 bis 20 Prozent“, berich- tet der DJE-Manager. „Bonds sind derzeit attraktiv bepreist.“ Aus der Risiko-Rendite- Perspektive würden kurzlaufende Staatsan- leihen als besonders aussichtsreich erschei- nen. Auch Unternehmensanleihen bester Qualität böten Chancen. Teuerung frisst Rendite Ein anderer prominenter Vertreter der Gruppe hatte Rentenpapieren gänzlich den Rücken gekehrt: der Kölner Vermö- gensverwalter Bert Flossbach. Über die ver- gangenen zwei Jahre sah der Manager des Flaggschi s Multiple Opportunities keine Gründe dafür, Bonds zu halten. Nun lehnt der Rheinländer Renten nicht mehr gänz- lich ab. „Das gestiegene Renditeniveau hat die Attraktivität von Anleihen erhöht“, sagt Flossbach. „Oder, etwas vorsichtiger for- muliert, sie weniger unattraktiv gemacht“, schiebt der Starmanager nach. Dass das Ende des Bärenmark- tes bei Anleihen schon erreicht oder absehbar ist, halte er je- doch für unwahrscheinlich. „Wer Anleihen kauft, um sie bis zur Endfälligkeit zu halten, dürfte zumindest in der Euro- zone nach Abzug der In ation kein Plus erzielen können“, be- tont Flossbach. Bei Papieren in US-Dollar sehe das Bild hinge- gen etwas besser aus. Dort sei das Ziel des In ationsschutzes erreichbar. So böten in ations- geschützte Treasuries immerhin eine positive Realrendite von einem Prozent. Die falle inzwi- Auf zu alten Höhen? Rendite in % Nach jahrelangen Niedrigzinsen drehte der Wind und die Rentenrenditen kletterten rasant. Quelle:Bloomberg -1% 0% 1% 2% 3% 4% 5% ’23I 2022 I 2021 I 2020 I 2019 I 2018 I Bundesanleihen (10 Jahre) US-Treasuries (10 Jahre) 0,4 % 2,5 % 2,3 % 3,6 % fondsprofessionell.at 1/2023 63

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