FONDS professionell Österreich, Ausgabe 4/2018

115 www.fondsprofessionell.at | 4/2018 markt & strategie I man group Foto: © Man Group D as Management des Man Numeric Market Neutral Alternative verfolgt, wie der Name schon sagt, eine markt- neutrale Strategie. Das bedeutet, dass sich das Management vom Marktgeschehen loslösen will. Das ist an sich ein guter Ansatz – aller- dings nur so lange, als sich diese Loslösung im positiven Terrain abspielt. Beim vorliegen- den Produkt ist das bislang leider nicht gelun- gen. Seit ihrem Start im Jahr 2015 hat die Strategie ein Minus von mehr als elf Prozent eingefahren. Auch auf Zwölfmonatssicht bis Redaktionsschluss sieht es düster aus: zehn Prozent Verlust. Damit hinkt der Fonds weit hinter der Vergleichsgruppe her, bei der im gleichen Zeitraum ein Minus von durchschnit- lich rund 4,5 Prozent zu Buche steht. Laut Prospekt besteht das Ziel des Fonds darin, eine Anlagerendite zu erzielen, die nach Kosten und bei Annahme einer Wiederver- anlagung von Dividenden höher ist als die in US-Dollar gemessene Gesamtrendite des US- Geldmarktes. Als Messlatte dient der Merrill Lynch 91 Day Treasury Bill Index. Erwirt- schaftet werden sollten diese Erträge vor allem mithilfe von Total Return Swaps, deren Wert- entwicklung an einen Referenzkorb aus Aktien und anderen Wertpapieren sowie Derivaten ge- knüpft ist. Weil dies auch bei Short-Positionen, also Leerverkäufen von Aktien und anderen Instrumenten, möglich ist, sollte der Fonds auch von fallenden Kursen profitieren können. Sieht man sich den geografischen Spiel- raum an, der dem Fonds laut Prospekt zur Verfügung steht, entsteht der Eindruck, dass es sich zumindest teilweise um einen sehr speziellen Emerging-Markets-Fonds handelt. Denn laut offizieller Anlegerinformation kön- nen mehr als 20 Prozent des Nettoinventar- werts in Schwellenmärkten und bis zu 25 Pro- zent in russischen Aktien sowie festverzinsli- chen Wertpapieren angelegt werden. Mehr als 30 Prozent können in Wertpapiere investiert werden, deren Bonitätsrating unter „Invest- ment Grade“ liegt. Kurz gefasst könnte man sagen: Der Fonds darf so ziemlich alles tun, was Ertrag verspricht. Umgesetzt wird die Strategie mithilfe eines computergestützten Verfahrens, „das vornehm- lich darauf ausgerichtet ist, unter sämtlichen Marktbedingungen eine positive Rendite zu erwirtschaften“, wie es im Informationsmate- rial heißt. Das Problem: Das Verfahren greift nicht. Der Minderertrag gegenüber dem alter- nativen marktneutralen Sektor ist mehr als nur deutlich, und das nun schon über einen länge- ren Zeitraum hinweg. Seit der Auflage im Jahr 2015 weist der Fonds einen Gesamtverlust von 11,5 Prozent auf. Anscheinend wertet das computergestützte System Marktdaten also mehr als nur suboptimal aus. Bisher erlebte der Fonds nur eine kurze Phase, in der die Wert- entwicklungskurve deutlich nach oben ging – das war von Mitte bis Ende 2016. Seither zeigt der Trend fast durchgehend nach unten. Auf der Homepage von Man Numeric heißt es, dass man davon ausgehe, dass die di- gitale Entwicklung zwar revolutionär sei, „die besten Resultate aber dann erzielt werden, wenn Mensch und Computer zusammenarbei- ten“. Es ist jedoch nicht klar ersichtlich, wer auf der menschlichen Seite überhaupt für den Fonds verantwortlich ist. Der Fondsdaten- spezialist Morningstar führt Co-CIO Daniel Taylor als Manager an. Auf der Unterneh- mensseite findet man unter der Rubrik Nume- ric Alternative Market Neutral ein Team be- stehend aus Jayendran Rajamony, Paul Pflug- felder und Bingcheng Yan. Um herauszufin- den, wie der humane Teil des Managements auf die Performance des knapp 80 Millionen Euro schweren Fonds reagieren will und wo die Algorithmen möglicherweise versagt ha- ben, hat FONDS professionell eine Anfrage an das Unternehmen geschickt. Diese wurde dahingehend beantwortet, dass man „nach ei- ner internen Diskussion mit dem Team derzeit nicht imstande sei, auf die gestellten Fragen zu antworten“. Die marktneutrale Strategie von Man Numeric stellt sich somit vor allem so dar: als Blackbox. HANS WEITMAyr | FP Der relativ junge Fonds Man Numeric Market Neutral Alternative soll computer- unterstützt Erträge abliefern. Davon ist das Portfolio bislang weit entfernt. FLOP: Blackbox ohne Boden Die Fondsratingagentur Morningstar weist Daniel Taylor, Co-CIO von Man Numerics, als Manager des Man Numeric Market Neutral Alternative aus. Das computergestützte System des Fonds ist jedenfalls alles andere als erfolgreich. Deutliche Talfahrt ISIN: IE00BV0LMK34 Verwaltungsgebühr: 1,25 % + 20 % Perf. Fee Fondsvolumen: 78,1 Mio. Euro Erstausgabedatum: 2. 3. 2015 Fondsmanager: Daniel Taylor -12,5 % -7,5 % -5 % -15 % -2,5 % 0 % 2,5 % 2017 2018 2016 ’15 n Man Numeric Market Neutral Alternative n Peergroup 

RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=