Die italienische Bankenkrise bereitet auch dem österreichischen Finanzmarkt Probleme. Die Uniqa Insurance Group AG erwartet wegen der Insolvenz der italienischen Veneto Banca einen hohen Gewinnrückgang. 

Damit holt die Italienkrise die Uniqa lange nach der Abstoßung ihres italienischen Versicherungsgeschäfts ein: Die Uniqa hat im Dezember 2016 ihre italienischen Tochtergesellschaften an Società Reale Mutua di Assicurazioni verkauft. Dabei gab die Uniqa eine vertragliche Zusicherung in der Höhe von maximal 40 Millionen Euro aus der bis 2019 aufrechten Vertriebskooperation mit der Veneto Banca ab.

Rechtliche Schritte angedacht
Die Veneto Banca schlitterte jüngst in die Insolvenz. Die Banca Intesa übernimmt zwar Teile des Betriebs, die Vertriebskooperation dürfte voraussichtlich aber nicht übernommen werden. Durch den Vertrag würde die Uniqa in voller Höhe zahlungspflichtig. Rechtliche Schritte dagegen behält man sich vor, schreibt die Uniqua. Im ersten Halbjahr wird durch diese Belastung das Periodenergebnis in der Bandbreite von nur 38 bis 43 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr waren es noch 91,3 Millionen Euro.

Obwohl es dabei um eine einmalige Belastung geht, wird an der Börse die große Verunsicherung bezüglich Investitionen am Finanzsektor deutlich: Am Freitag nach Bekanntwerden sackte der Aktienwert um über acht Prozent ab, der Schlusskurs war mit weit über drei Prozent noch immer stark im Minus. Auch zu Wochenbeginn startete Uniqa wieder negativ.

Seit der Finanzkrise eine sensible Aktie
Die Aktie geriet nach der Finanzkrise in einen massiven Abwärtssog und konnte sich erst  Mitte 2016 aus historischen Tiefwerten befreien. Investoren scheinen den Kursgewinnen der vergangenen zwölf Monate jedoch nicht vorbehaltlos zu vertrauen, wie der nunmehrige Kurssturz zeigt.

Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2017 bestätigt die Uniqa indes: das Ergebnis vor Steuern soll sich im Vergleich zu 2016 (225,5 Millionen Euro) leicht verbessern. Die Dividende je Aktie soll leicht angehoben werden. Ergebnispräsentation ist am 23. August. (eml)