Nach Deutschland und der Schweiz geht Financefox nun auch in Österreich an den Start. Das gab das junge Versicherungs-Fintech, das im Gegensatz zu vielen anderen Start-ups neben Endkunden auch Vermittler ansprechen will, am Mittwoch bekannt. Um den Vertrieb weiter zu stärken, hat sich das in Berlin, Zürich und Barcelona ansässige Unternehmen nach eigenen Angaben vor kurzem eine Geldspritze über 28 Millionen US-Dollar gesichert. 

Financefox wurde im November 2014 in der Schweiz gegründet und bietet Endkunden an, mittels einer App oder Web-Lösung die eigenen Versicherungen "intelligent und effizient" selbst zu verwalten. Bei komplexeren, beratungsintensiven Policen können Kunden auf einen Makler zurückgreifen. Dieser wird prozentual an den Provisionen beteiligt. "Wir wollen Financefox als Premiumanbieter im Segment der Insurtechs etablieren", sagt Financefox-Gründer Julian Teicke. "Bei uns hat jeder Kunde seinen ganz persönlichen Berater, und zwar für alle seine Versicherungen und für alle Kernprozesse der Versicherungswirtschaft."

Kooperation mit lokalen Maklern
Seit dem Start im Herbst 2015 hat Financefox nach eigenen Angaben mehr als 60.000 Versicherungsnehmer als Kunden gewonnen. Das Unternehmen kooperiert mit lokalen Maklern und will sein Netzwerk "kontinuierlich und flächendeckend" ausbauen. Eine Expansion in weitere Länder sei in Vorbereitung, heißt es.

Der Eintritt in den österreichischen Markt befindet sich gegenwärtig in Vorbereitung und soll planmäßig im kommenden Jahr erfolgen. Als Geschäftsführer konnten ein Mitarbeiter der ersten Stunde und ein echter Kenner der österreichischen Versicherungslandschaft gewonnen werden: Felix Huemer leitet als Chief Operating Officer den operativen Bereich der Österreich-Tochter. Als Chief Executive Officer wird Werner Holzhauser sein Branchen-Knowhow in das Unternehmen einbringen und für den Vertrieb verantwortlich zeichnen.

"Führen bereits intensive Gespräche" 
"Mein Ziel ist und war es immer, Unternehmen dabei zu begleiten, gewohnte Pfade zu verlassen und langfristige Erfolgspotenziale zu erschließen. Wir haben dabei immer auf Innovation gesetzt, und ich freue mich daher enorm über dieses weitere Mandat", wird Holzhauser, langjähriger Vorstandschef der Uniqa-Tochter Finance Life und später Vertriebsvorstand des Konzerns, in der Mitteilung zitiert.

Noch bevor der Startschuss offiziell gefallen ist, will Holzhauser bereits an der Akquisition neuer Kooperationspartner am lokalen Markt arbeiten: "Wir führen derzeit bereits intensive Gespräche mit Maklern und Versicherungsunternehmen – denn wir können und wollen nicht auf die etablierten Player am Markt verzichten." Seine Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter beim Unternehmen Valued Asset, das er nach seinem Uniqa-Abgang im Jahr 2013 gründete, werde er noch weiterhin ausüben. (dw)