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In Wien existiert ein in Europa vermutlich einzigartiges Institut – neben der Erfüllung eines Bildungsauftrags wird auch professionell Geld vermehrt.
Peter Pühringer gehört zu den erfolgreichsten Vermögensverwaltern Europas. Erst Ende Juni wurde er zusammen mit seinem Co-Manager Christian Hirschmann vom britischen Branchendienst „Citywire“ unter Deutschlands Top-Fondsmanager gereiht – hinter Markus Kaiser vom Veritas SG Investment Trust belegten die beiden Österreicher gemeinsam Platz zwei, in den Ende August erstmals auch für Österreich erstellten Citywire-Managerratings für Österreich bilden die beiden sogar die Spitze als Nr. 1 und 2. Ihr ZZ1 Fonds konnte zuletzt auch die S&P-Awards über ein und fünf Jahre in der Kategorie Schwellenländer-Rentenfonds abräumen. Dass Pühringer kein gewöhnlicher Vermögensverwalter ist, erkennt man schon daran, dass man über ihn einen Eintrag im Internetlexikon Wikipedia findet, viele andere – auch wesentlich bekanntere – Vermögensverwalter sucht man da vergebens. Demnach wuchs der heute 65-jährige Sohn eines Österreichers in der DDR auf, wo er Bauingenieurwesen studierte. Den Grundstein zu seinem Vermögen legte er, indem er sein im arabischen Raum verdientes Geld in den 80er Jahren in Berliner Immobilien investierte, was ihm nach dem Mauerfall attraktive Profite bescherte. Inzwischen lebt Pühringer, der sich seit rund 25 Jahren ausschließlich mit Vermögensverwaltung beschäftigt, in Wien. Der 65-Jährige unterscheidet sich von den meisten Vermögensverwaltern aber nicht nur darin, dass er langfristig erfolgreich ist, er ist insgesamt völlig untypisch für diese Branche. Er legt weder wert auf Medienpräsenz – Interviewwünsche werden generell zurückgewiesen –, noch gehört er zu jenen Geldverwaltern, die „den Hals nicht voll bekommen“.
Kein Interesse an Kunden
Obwohl er mit ein wenig Öffentlichkeitsarbeit vermutlich etliche zusätzliche Milliarden einsammeln könnte, wird in den Fonds seiner ZZ Vermögensverwaltung GmbH vor allem das eigene Kapital verwaltet. Zwar stehen diese Fonds, die aus steuerlichen Gründen in Publikumsfondsmänteln der Wiener Constantia KAG verwaltet werden, jedermann offen, wer sich aber detaillierte Informationen, Vertriebsprovisionen oder auch nur eine Internetseite erhofft, wird enttäuscht. Immerhin hat man die Mindestanlagesumme für die Fonds von 100.000 Euro auf „ein Stück“ gesenkt, ein ernsthaftes Interesse an privaten oder institutionellen Investoren besteht jedoch nicht. Und noch etwas unterscheidet den Millionär – in der Liste der 100 reichsten Österreicher der Zeitschrift „Trend“ scheint er an 32. Stelle mit einem geschätzten Vermögen von 330 Millionen Euro auf – von vielen anderen Vermögensverwaltern: Er legt ein beträchtliches soziales und gesellschaftliches Engagement an den Tag.
Spendierfreudig
Pühringer hat nicht nur für die Wiener Sängerknaben rund zehn Millionen Euro lockergemacht, um ihnen einen eigenen Konzertsaal mit 500 Plätzen zu ermöglichen. Er hat davor auch schon zur Renovierung des Augartenpalais, in dem der Chor untergebracht ist, mehr als eine Million Euro beigesteuert. Für Aufsehen sorgte in Wien auch der von Pühringer finanzierte Ausbau des in teuerster Innenstadtlage gelegenen Palais Coburg von einer Beinahe-Ruine zu einem Luxushotel und Gourmettempel – das Investitionsvolumen wurde mit 80 Millionen Euro beziffert und dürfte aus kaufmännischer Sicht alles andere als ein Geschäft gewesen sein. „Der Standard“ zitiert Peter Pühringers Antwort auf die Frage, ob es bei diesem Projekt in irgendeiner Form ums Geldverdienen ging: „Nein. Das ist eindeutig Sponsoring.“ Und in diesem Palais ist auch das Institut für strategische Kapitalmarktforschung ISK untergebracht. Dieses in dieser Form vermutlich einzigartige Institut ist eine Mischung aus privater Bildungsanstalt und Finanz-Consultant. Gesellschafter sind neben Pühringer die renomierten Universitätsprofessoren Engelbert Dockner und Josef Zechner, Geschäftsführer ist mit Thomas Dangl ein weiterer führender Finanzmarktforscher. Beispiellos ist dabei vor allem ein Programm, mit dessen Hilfe Studenten mit Studienschwerpunkt Finanzwirtschaft – so sie aufgenommen werden – die Möglichkeit geboten wird, sich mit professioneller Vermögensverwaltung zu beschäftigen, ihr Wissen zu vertiefen und vor allem praktisch anzuwenden. Die Studenten erhalten dank Pühringers finanziellen Möglichkeiten die Chance, reale Portfolios zu veranlagen. Ihr Auftrag lautet, diese so zu strukturieren, dass ein optimales Ertrags-Risiko-Verhältnis realisiert wird. Das dabei anwachsende Know-how dient allerdings keineswegs nur zu Forschungszwecken, sondern soll auch praktisch eingesetzt werden. Und zwar einmal im Consulting-Bereich, wo man Banken, Versicherungen und Industrieunternehmungen Beratung zu unterschiedlichsten finanzwirtschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Portfoliomanagement, Asset Liability Management, Risikomanagement und Performancemessung etc. anbietet. Und was noch wichtiger ist: Das ISK tritt auch als Berater der ZZ-Vermögensverwalter auf. Sein Know-how fließt unmittelbar in die Fonds „Added Basis“ und „Added Trend“ ein.
Extrem kostengünstige Fonds
Es handelt sich um zwei extrem spesengünstige Investmentfonds, in deren Management sowohl die Forschungsergebnisse des ISK als auch die Fähigkeiten der ZZ-Manager Pühringer und Hirschmann einfließen. Thomas Dangl, derzeit karenzierter Professor an der Technischen Hochschule Wien, leitet das ISK und erklärt zu den Added-Fonds: „Die ZZ-Fonds der ZZ Vermögensverwaltung enthalten im Wesentlichen das Kapital der Pühringer Privatstiftung und sind auch den Vorstellungen dieser Stiftung entsprechend strukturiert, an externem Geld ist man hier nicht interessiert. Die ISK-Fonds sind hingegen als Publikumsfonds konzipiert und daher breiter diversifiziert. Sie entwickeln sich, wie der Kurs-Chart zeigt, auch ruhiger. In diesen Produkten soll eine optimale Verbindung zwischen den quantitativ-mathematischen Strategien des ISK und dem Managementtalent, das man in der ZZ Vermögensverwaltung als ,Trüffelsuche‘ bezeichnet, gefunden werden.“ Für den provisionsgestützten unabhängigen Vertrieb sind weder die ZZ-Fonds noch die ISK-Fonds ein Thema, da bei ersteren kein Ausgabeaufschlag weitergegeben wird und bei letzteren gar keiner verrechnet wird. Interessant sind diese Produkte nur für Honorarberater, die für ihre Klienten interessante kostengünstige Fonds suchen. Da diese Beratergruppe laufend wächst, darf das ISK aus dieser Ecke durchaus mit Empfehlungen rechnen.
Anhang: Die Zins-Zyklus-Fonds |