Österreichischer Zertifikatemarkt weiter rückläufig

Heike Arbter, ZFA
Der negative Trend am österreichischen Zertifikatemarkt setzt sich zum Jahresende weiter fort. Die monatliche Marktstatistik des Zertifikate Forum Austria (ZFA) errechnet mit Stichtag 30. November 2011 einen Rückgang des bei österreichischen Privatanlegern platzierten Volumens um 2,4 Prozent. Damit befindet sich das Gesamtmarktvolumen auf dem niedrigsten Stand seit Jahresbeginn. "Der österreichische Zertifikatemarkt hatte im aktuelle Berichtsmonat insbesondere mit fallenden Aktienmärkten und damit verbundenen hohen negativen Preiseffekten zu kämpfen", sagt ZFA-Vorstandsvorsitzende Heike Arbter.
Open Interest exkl. Zinsprodukte sinkt auf 5,5 Milliarden Euro
Der Open Interest exkl. Zinsprodukte der fünf führenden Zertifikate-Emittenten Österreichs – Raiffeisen Centrobank, Volksbank, Erste Bank, Bank Austria und Royal Bank of Scotland – mit einem geschätzten Marktanteil von 75 Prozent sinkt im Berichtsmonat um 4,1 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Der Rückgang lässt sich zum Großteil auf negative Preiseffekte zurückführen, die Zertifikatekurse fallen im November durchschnittlich um 3,2 Prozent. Das Volumen von strukturierten Zinsprodukten bleibt annähernd stabil und befindet im Berichtsmonat nur leicht, und zwar um 0,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Aktuell sind 4,16 Milliarden Euro in strukturierten Zinsprodukten investiert. Seit Jahresbeginn verlieren Zinsprodukte allerdings deutlicher, und zwar um 5,2 Prozent.
Der Volumenverlust im November geht sowohl auf Anlage- als auch auf Hebelprodukte zurück. Hebelprodukte verlieren hierbei jedoch deutlich weniger, verbleiben allerdings aufgrund ihres relativ geringen Anteils am Gesamtvolumen bei 0,7 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Anlageprodukte behalten mit 99,3 Prozent weiterhin die dominante Stellung.
Rückgang bei Anlageprodukten hält an
Mit einem Rückgang von 4,1 Prozent sind Anlageprodukte, dazu zählen Produkte mit längerfristigem Anlagehorizont wie Kapitalschutz-, Bonus- oder Index-Zertifikate, der Treiber für den Volumenrückgang im November. Der deutliche Verlust ist maßgeblich auf das negative Marktumfeld im November und damit verbundene gefallene Zertifikatekurse zurückzuführen. Aktuell sind in diesem Segment 5,4 Milliarden Euro investiert. Der hohe Anteil an Anlageprodukten (99,3 Prozent Marktanteil) wirkt sich auch weiter negativ auf die Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf aus. Der Rückgang in dieser Produktkategorie setzt sich im Berichtsmonat fort und fällt seit Jahresbeginn um 9,6 Prozent.
Leichter Rückgang bei Hebelprodukten
Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Knock-Out Produkte verzeichnen im Berichtsmonat im Vergleich zu Anlageprodukten nur leichte Volumenrückgänge in Höhe von 0,2 Prozent. Bereinigt um den negativen Preiseffekt von 8,7 Prozent lässt sich sogar ein deutliches Wachstum des Open Interest um 8,5 Prozent Euro feststellen. Der hohe negative Preiseffekt lässt sich insbesondere durch die Verluste an den Aktienmärkten erklären. Aktuell sind in diesem Segment 38 Millionen Euro investiert. Seit Jahresbeginn ist bei Hebelprodukten ein Rückgang um fast zwei Drittel festzustellen, und zwar um 62,3 Prozent.
Umsätze der Emittenten steigen um 29,2 Prozent
Während in den vergangenen Monaten aufgrund der hohen Umsätze im August (und September) jeweils Umsatzrückgänge festzustellen waren, ist im Berichtsmonat ein starkes Umsatzwachstum zu vermelden. Insgesamt werden 226 Millionen Euro in Zertifikaten der teilnehmenden Emittenten umgesetzt. Damit ist das Umsatzvolumen gegenüber dem Vormonat um 29,2 Prozent gestiegen. Das Wachstum zeigt sich sowohl bei Anlage- als auch bei Hebelprodukten. Die Umsätze von Anlageprodukten sind um 21 Prozent gestiegen. Ihr Umsatzvolumen beträgt aktuell 149 Millionen Euro, ihr Anteil am Gesamtvolumen entspricht 65,8 Prozent. Noch deutlicher haben sich die Umsätze in Hebelprodukten erhöht. Die Steigerung beläuft sich auf 48,4 Prozent. Aktuell sind 77 Millionen Euro in diesem Segment investiert. Der Anteil am gesamten Handelsvolumen erhöht sich damit auf 34,2 Prozent.
Hoffnung auf bessere Marktstimmung
Die bis Sommer anhaltende positive Entwicklung des österreichischen Zertifikatemarktes hat sich in den vergangenen Monaten umgedreht. "Wir hoffen sehr, dass sich die Stimmung an Märkten zu Jahresbeginn wieder bessert und wir in Folge wieder Zuwächse beim Marktvolumen sehen werden", so Arbter abschließend. (dw)
Quelle:FONDS professionell
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