Macquarie erwägt Einstellung des Zertifikategeschäfts
Die australische Investmentbank Macquarie prüft derzeit, ob sie sich vom deutschen und allen anderen europäischen Zertifikatemärkten zurückzuziehen wird. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Schon Ende 2011 haben die Australier, die erst 2010 die Zertifikatesparte der Privatbank Sal. Oppenheim übernommen hatten, das Retailgeschäft eingestellt. Statt dessen sollte der Fokus auf institutionelle Anleger gelegt werden. Nun kam es aber anders: am 1. Februar wurde das letzte Zertifikat emittiert. Weitere Emissionen wird es nicht geben, wie die Bank der FTD gegenüber bestätigte.
Problematisch ist, dass noch mehr als 4000 Papiere existieren, eingeschlossen 89 von Sal. Oppenheim emittierter Zertifikate, die entweder ihre Fälligkeiten noch nicht erreicht haben oder keine Laufzeitbegrenzung haben. Investoren sollten daher ihre Depots überprüfen, ob sie noch Zertifikate von Macquarie beziehungsweise Sal. Oppenheim halten, weil die Produktbetreuung seitens der australischen Bank, wie beispielsweise aktuelle Kursstellungen an den Zertifikatebörsen Frankfurt und Stuttgart, höchstwahrscheinlich stark zurückgefahren wird. Macquarie beteuert allerdings, dass man die Kunden über die Laufzeit der Papiere hinweg fair behandeln wolle.
Was mit den mehr als 4000 Zertifikaten im Falle einer Geschäftsaufgabe passieren wird, ist aber letztlich unklar. Die FTD weist darauf hin, dass in der Vergangenheit das Geschäft meist an einen anderen Anbieter übertragen wurde, wenn sich ein Emittent vom Markt zurückzog. Erlaubt sei das nach Paragraf 11 der Emissionsbedingungen ohne Zustimmung der Anleger, sofern der neue Emittent alle Verpflichtungen aus den Papieren übernehme. Außerordentlich kündigen kann Macquarie dagegen nur in besonderen Fällen, etwa aus steuerlichen Gründen. (jb)
Quelle:FONDS professionellZertifikate
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