Bei der britischen Großbank HSBC verdienen Frauen im Schnitt 59 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, wie aus dem Gehaltsbericht hervorgeht, den Reuters einsehen konnte. Bei den Boni betrug der Unterschied sogar 89 Prozent. Eine Sprecherin der Bank bestätigte den Inhalt des Berichts. Der Unterschied sei auf die relativ geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen zurückzuführen. Obwohl mehr als die Hälfe der HSBC-Beschäftigten weiblich sind, werden nur 23 Prozent der Jobs in Top-Gremienvon Frauen besetzt. HSBC erklärte, die Bank habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Gehaltsunterschiede zu reduzieren: Im Jahr 2020 sollen 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt sein.

Im Vorjahr hatte die britische Regierung die Finanzunternehmen des Landes verpflichtet, bis April 2018 Daten zur sogenannten Gender Pay Gap zu veröffentlichen. Lloyds und Royal Bank of Scotland bezifferten den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen auf 32,8 und 37 Prozent, bei Standard Chartered und Virgin Money lag er nach eigenen Angaben bei 30 beziehungsweise 32,5 Prozent.

Die Gehaltsschere ist ein großes Thema in Großbritannien, heißt es in dem Reuters-Bericht. Im Januar trat Carrie Gracie, BBC-Bürochefin in China, von ihrem Posten zurück, weil sie deutlich weniger verdiente als männlichen Kollegen in vergleichbaren Positionen.