US-Präsident Donald Trump rechtfertigt die Einführung von Strafzöllen unter anderem mit dem Handelsbilanzdefizit der USA von mehr als 330 Milliarden US-Dollar mit China und ungefähr 550 Milliarden Dollar mit dem Rest der Welt. Doch eine Untersuchung der Deutschen Bank lässt diese Zahlen in einem völlig anderen Licht erscheinen. Demzufolge haben die Vereinigten Staaten einen Überschuss von 20 Milliarden Dollar mit China und von 1,4 Billion Dollar mit dem Rest der Welt. Es handelt sich dabei allerdings um keine normale Handelsbilanz, sondern um einen "aggregierten Umsatzüberschuss", der sowohl direkten Handel als auch die Umsätze multinationaler Unternehmen misst.

Es sei irreführend, nur das Handelsbilanzdefizit bei Waren und Dienstleistungen zu betrachten und entspreche nicht der tatsächlichen Größe der US-amerikanischen Geschäftsinteressen, so Ökonomen der Deutschen Bank. Zwar werden Handels- und Unternehmensdaten normalerweise nicht kombiniert, aber wenn man alle Handelsdaten sowie Umsätze von US-Unternehmen in anderen Ländern und ausländischen Gesellschaften in den USA zusammenzähle, "haben US-Unternehmen in den letzten zehn Jahren mehr in den Rest der Welt verkauft als andere Länder in die USA verkauft haben", schreibt China-Chefökonom Zhang Zhiwei in der Analyse. (mb/Bloomberg)