Dieser Mann muss es wissen: Star-Investor Warren Buffett predigt den langfristigen Blick auf die Kapitalmärkte. Auch Vermögensprofis sollten ihre Kunden von den Vorteilen eines langfristigen Anlagehorizonts überzeugen, sagt Patrick Cettier, Geschäftsführer der Zürcher Vermögensverwaltung Prio Partners. "Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie profitieren vom Zinseszinseffekt und der langfristigen Akkumulation von Kapital", sagt er. Nicht zuletzt lassen sich mit einer langfristigen Anlage zwischenzeitliche Verluste aussitzen. "Man vermeidet das nervenaufreibende, kurzfristige und unvorhersehbare Auf und Ab an den Märkten", sagt Cettier.

Privatanleger sollten Hektik tunlichst vermeiden. Die ist mittlerweile nämlich gang und gäbe: Die durchschnittliche Haltedauer von Aktien ist massiv zurückgegangen – von mehr als sechs Jahren in den 1950er und 1960er Jahren auf aktuell wenige Monate. Ein Grund dafür ist die Informationsflut, die Anleger zum Traden verführt und kurzfristigen Betrachtungsweisen Vorschub leistet. Cettier hat dafür Verständnis: "Kurzfristiges Denken und Handeln ist Teil der menschlichen Konstitution", sagt er. Anleger sollten nicht auf Biegen und Brechen versuchen, ihre Psyche auszutricksen, sondern lieber zweigleisig fahren.

Besser schlafen mit Spielgeld-Reserve
Der Rat des Vermögensverwalters: Asset-Management-Kunden sollten den Großteil ihres Anlagevermögens in eine langfristige Strategie investieren, die systematisch umgesetzt und auch nur periodisch angeschaut wird, etwa ein- oder zweimal im Jahr. Einen kleinen Teil des Kapitals können sie dann für gewollt kurzfristige Anlageideen bereitstellen. So kombiniert man die Vorteile einer langfristigen Strategie mit dem menschlichen Bedürfnis nach kurzfristigem Handeln und dem Wunsch, am täglichen Börsengeschehen teilzuhaben – und begrenzt gleichzeitig den potenziellen Schaden, den man durch Traden anrichten kann. (fp)