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15.01. | 2014

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Neue Heimat für Infinus-Vermittler: Jung, DMS kooperiert mit Finprobus

©: FONDS professionell

Aragon-Vorstandschef Sebastian Grabmaier: "Die Frage ist, ob man einen Vermittler quasi mit einem lebenslangen Berufsverbot bestrafen sollte, nur weil er einmal Infinus-Produkte vertrieben hat."

Mehr als 800 Infinus-Berater stehen vor dem Nichts. Zwei frühere Vertriebsmanager des Finanzkonzerns reichen ihnen nun einen Strohhalm: Sie gründen unter dem Namen Finprobus AG ein neues Unternehmen – und können mit bekannten Kooperationspartnern punkten.

Zwei Ex-Infinus-Manager haben ein Unternehmen gegründet, mit dem sie früheren Vermittlern des angeschlagenen Dresdener Finanzvertriebs wieder eine Perspektive bieten wollen. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern der Finprobus AG aus Stuttgart gehört der Maklerpool Jung, DMS & Cie.

Bei den Finprobus-Gründern handelt es sich um Klaus Nienhues und Michael Bräunlich, zwei frühere Vorstände der IFP Infinus Financial Partner AG. Die IFP hatte rund 90 der insgesamt mehr als 800 Haftungsdach-Vermittler der Infinus-Gruppe geschult und betreut. Die Orderschuldverschreibungen und Genussrechte der Future Business KG aA (Fubus) und anderer Emittenten, die diese Vermittler verkauft haben, stehen im Zentrum der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden gegen zehn Beschuldigte, die bei der Emission dieser Papiere falsche Angaben gemacht haben sollen. Tausende Anleger haben der Firmengruppe um Infinus und Fubus mehr als 800 Millionen Euro anvertraut und fürchten nun hohe Verluste.

Allerdings stehen nicht nur die Anleger, sondern auch deren Berater vor einem Scherbenhaufen. "Mehr als 800 Infinus-Vermittlern wurde über Nacht alles genommen", sagte Nienhues im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Diese Leute müssen ihre Familien ernähren und ihr Haus abbezahlen, haben aber seit Monaten keine Möglichkeit mehr, Geschäfte zu tätigen. Es kann mir niemand erzählen, dass das alles schlimme Finger sein sollen. Sie haben eine Chance verdient, und die wollen wir ihnen geben."

"Provisionsorientierte Verkaufsgenies braucht niemand"
Finprobus will dabei für Jung, DMS & Cie. (JDC) wie früher bei Infinus als eine Art Unterpool agieren, im Wesentlichen also die Vertriebsbetreuung der Makler übernehmen. JDC bietet an, Finprobus-Vermittler an den Maklerpool oder das konzerneigene Haftungsdach anzubinden und deren Geschäfte abzuwickeln. "Wir prüfen natürlich in jedem Einzelfall, ob ein Vermittler die nötigen Qualifikationen mitbringt und auch sonst zu unserem Unternehmen passt. Nur dann kommt eine Anbindung an Jung, DMS & Cie. in Frage", erklärte Sebastian Grabmaier, Vorstandschef des JDC-Mutterkonzerns Aragon, gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Grabmaier erläuterte auch, warum er keine generellen Berührungsängste mit Infinus-Beratern hat: "Die Frage ist, ob man einen Vermittler quasi mit einem lebenslangen Berufsverbot bestrafen sollte, nur weil er einmal Infinus-Produkte vertrieben hat. Das wäre unserer Meinung nach der falsche Weg." Die allermeisten Vermittler seien völlig von den Vorwürfen gegen die Infinus-Spitze überrascht worden und gehörten selbst zu den Verlierern. "Ihnen wollen wir nicht die Tür zuschlagen", so Grabmaier. "Provisionsorientierte Verkaufsgenies braucht sicherlich niemand, gut ausgebildete Berater sind uns aber willkommen."

Trotz dieser Einschränkung überrascht Grabmaiers Offenheit. Viele andere Maklerpools und Haftungsdächer scheuen sich, offensiv um ehemalige Infinus-Vermittler zu werben – vor allem, weil die meisten Vermittler in der Vergangenheit in erster Linie Festzinsprodukte verkauft haben und kaum Erfahrung mit dem Investmentgeschäft vorweisen können. Hinzu kommt, dass sich viele Vermittler erst wieder einen Kundenstamm aufbauen müssen, weil das einstige Vertrauensverhältnis zu zahlreichen früheren Infinus-Klienten zerrüttet sein wird.

Jörn Reinecke spielt eine prominente Rolle
Festzinsprodukte spielen in der bisherigen Angebotspalette von Finprobus noch keine Rolle – bislang dominieren Sachwertinvestments. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit Pretagus, einem Anbieter von Diamanteninvestments, dem Kölner Immobilienunternehmen Pantera, dem Hamburger Emissionshaus CH2 und Primea Invest, die mit Sachwerten hinterlegte Lebens- und Rentenversicherungen anbietet.

Drei dieser vier Unternehmen sind dem Hamburger Private-Equity-Unternehmer Jörn Reinecke zuzuordnen: Bei Primea Life hält seine Firma Superior die Mehrheit, an Pretagus ist er indirekt beteiligt, mit CH2 kooperiert er bei Container-Direktinvestments. Superior hält seit vergangenem Jahr außerdem knapp zehn Prozent der Aragon-Aktien.

"Die Unternehmen von Jörn Reinecke sind Produktgeber für uns, eine Kapitalbeteiligung gibt es nicht", sagte Nienhues. Bräunlich und er hielten jeweils 50 Prozent der Finprobus-Aktien, auch die in diesen Tagen laufende Roadshow habe man aus eigener Tasche finanziert. Die Zahl der Kooperationspartner soll außerdem steigen: "Im Laufe der Zeit möchten wir Produkte weiterer Anbieter aufnehmen und führen dazu bereits vielversprechende Gespräche", so Nienhues. So einseitig wie einst die IFP will er sein neues Unternehmen nicht mehr aufgestellt wissen.

Rätselhafte Goldgeschäfte auch in der IFP-Bilanz
Nienhues arbeitete 13 Jahre lang für die AachenMünchener, unter anderem als Landesdirektor, und lernte dort auch Michael Bräunlich kennen. 2004 gründeten beide in Stuttgart die IFP Individuelle Finanzplanung AG, einen klassischen Versicherungsvertrieb. 2009 übernahm Fubus die Gesellschaft und nannte sie in IFP Infinus Financial Partner AG um. Nienhues und Bräunlich blieben als Vorstände an Bord, zusätzlich wurde eine Dame aus der Dresdener Infinus-Zentrale in die Führungsriege berufen. Im Zuge der Razzia gegen Infinus im November vergangenen Jahres wurden auch die IFP-Konten gesperrt, wenige Woche später musste das Unternehmen deshalb Insolvenz anmelden.

Von den mutmaßlich rechtswidrigen Vorfällen in Dresden bekamen Nienhues und Bräunlich in Stuttgart wohl eher wenig mit. Ganz freimachen vom Fall Infinus können sich die beiden früheren IFP-Vorstände allerdings nicht. Aus dem aktuellsten vorliegenden Einzelabschluss geht hervor, dass die IFP im Jahr 2011 knapp zwei Millionen Euro in Anlagegold investierte. 1,8 Millionen Euro davon entfallen auf Nebenkosten für künftig geplante Investitionen. Das wirft Fragen auf, denn mit ähnlichen Geschäften hat der Mutterkonzern Future Business 2011 und 2012 offensichtlich seine Bilanzen aufgehübscht, wie FONDS professionell ONLINE bereits im September vergangenen Jahres berichtet hatte. Zu den Gold-Deals der IFP, von denen er als Vorstand Kenntnis gehabt haben muss, wollte sich Nienhues nicht äußern. (bm)

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