Die österreichischen Volksbanken erzielten im Vorjahr gemeinsam mit der Union Investment im Privatkundengeschäft einen Bruttoabsatz von rund 530 Millionen Euro. Rechnet man allerdings die Abflüsse weg, bleibt nur ein Nettoabsatz von rund 200 Millionen Euro über, sagte Volksbank-Wien Sprecherin Monika Bäumel. Insgesamt liege der Bestand nun bei rund zwei Milliarden Euro.

Der Hintergrund: Die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment hatte Ende 2015 die ehemalige Volksbank Invest Kapitalanlagegesellschaft (VB Invest) und 94,5 Prozent der Immo Kapitalanlage (Immo KAG) aus dem Bestand der ÖVAG-Bad-Bank Immigon gekauft. VB Invest und Immo KAG hatten damals ein Vermögen von rund 5,4 Milliarden Euro verwaltet.

Vergangenes Jahr löste Union Investment dann knapp ein Dutzend der rund 40 Volksbank-Investmentfonds auf und fusionierte zwei Portfolios. Kürzlich wurde des Weiteren bekannt, dass Union Investment die Österreich-eigene Fondsproduktion komplett einstellen will (FONDS professionell berichtete).

Sparplankampagne gut angelaufen
Beim Volksbanken-Verbund, der selbst einem radikalen Fusionsplan unterliegt, zeigt man sich mit der Zusammenarbeit mit Union Investment dennoch zufrieden. Die Zahl der Sparpläne in Investmentfonds habe mit dem Start der Sparplankampagne im September 2016 innerhalb von vier Monaten um 30 Prozent auf über 30.000 Stück gesteigert werden können.

Beim Partner Union Investment schlägt man sich indes im bestehenden Immofonds1 mit dem selben Luxusproblem herum, wie die meisten anderen Anbieter: Das Kundeninteresse sei kräftig gestiegen. Bei zu starken Zuflüssen nehme man nun so lange kein neues Geld mehr an, bis die Liquidität im Fonds durch den Kauf neuer Objekte beziehungsweise durch Projektentwicklungen wieder reduziert ist. Der Immofonds1 ist in Österreich und Deutschland zu fast 79 Prozent in Bürogebäuden investiert.

Union Investment ist mit einem gemanagten Vermögen von rund 290 Milliarden Euro und über vier Millionen Kundendepots nach eigenen Angaben die drittgrößte Fondsgesellschaft Deutschlands. Die Assets under Management der Union Investment Austria (UIA) belaufen sich auf insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro, wovon rund 3,5 Milliarden auf das institutionelle Geschäft entfallen (per Ende 2016). (eml)