Neue Technologien werden die Strukturen im Fondsvertrieb umkrempeln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Calastone, einer auf die Asset-Management-Branche spezialisierten IT-Beratung. Demnach eröffne die Blockchain-Technologie den Fondsanbietern das Potenzial, ihre Produkte direkt an Endkunden verkaufen zu können. Dies könnte die Zwischenhändler ausschalten, so die Experten.

Die Blockchain entspringt dem Umfeld der Kryptowährungen. Diese Datenabwicklungstechnik kann aber auch in völlig anderen Bereichen zum Einsatz kommen. Die Technik ermöglicht es, Transaktionen in Datenpaketen zu verschlüsseln (Blocks) und an eine Kette (Chain) von vorangegangenen Transaktionen anzuhängen. Somit sei die gesamte Handelsfolge transparent und direkt zwischen Parteien abzuwickeln.

Hohe Kosten für Blockchain-Update
Einer Umfrage von Calastone zufolge glauben 57 Prozent der Branchenteilnehmer, dass die Blockchain den Direktabsatz von Fonds beflügeln wird. Der fragmentierte Fondsvertrieb könnte so konsolidiert und die Abwicklung einfacher und günstiger gestaltet werden. Obendrein könne dies aber auch dazu führen, dass Intermediäre, die zwischen Fondsanbietern und Endanlegern agieren, ausgeschaltet werden, warnen die Calastone-Experten.

Allerdings sei der Aufwand groß, die neue Technologie einzuführen. Die Umstellung der bisherigen IT-Infrastruktur auf Blockchain-fähige Systeme sei teuer und aufwändig. Die Unternehmensberatung Langcat habe die Kosten auf 260 britische Pfund (290 Millionen Euro) pro Endkunde beziffert. Bei größeren Vertriebsplattformen kommen so rasch Kosten von Hunderten von Millionen Pfund zusammen. Die JDC-Guppe wiederum will sich dem stellen und kündigte die Gründung eines Blockchain-Labors an. (ert)