Finanzberater der Commonwealth Bank, der größten Bank Australiens, haben offenbar über Jahre hinweg systematisch Gebühren von Verstorbenen verlangt, hat eine von der Regierung beauftragte Untersuchungskommission herausgefunden. Das berichten mehrere Medien. Der Untersuchung zufolge erhielt die Commonwealth Bank bereits seit dem Jahr 2002 Kundenbeschwerden über unrechtmäßig geforderte Gebühren, schritt aber nicht ein. 

In einem Fall hatte ein Finanzberater nach dem Tod seines Klienten weiterhin jährlich 1.000 australische Dollar (umgerechnet 630 Euro) an Dienstleistungsgebühren in Rechnung gestellt – über zehn Jahre hinweg. Offenbar kein Einzelfall: Eine interne Untersuchung der Tochterfirma ergab, dass weitere Finanzberater Gebühren für niemals getätigte Dienstleistungen berechneten. Die Bank habe seit Jahren von dem Problem gewusst, bis 2014 aber nicht realisiert, dass es sich um ein weitverbreitetes Problem handele, sagte eine leitende Angestellte der Bank.

Schatzkanzler ist "angewidert"
Australiens Regierung hatte im November eine umfassende Untersuchung des nationalen Finanzsektors anberaumt, nachdem eine Reihe von Skandalen ans Licht gekommen war. Seitdem fördert die Kommission ein immer haarsträubenderes Verhalten der Banker zutage – und hat nun ihr erstes Opfer gefordert: Craig Meller, Vorstandsvorsitzender von Australiens größtem Vermögensverwalter AMP, musste seinen Hut nehmen. Die Manager der Bank hatten unter anderem Berichte an die Aufsicht gefälscht und sie gut zehn Jahre lang in die Irre geführt. Scott Morrison, australischer Schatzkanzler, sprach davon, dass ihn das Verhalten der Banker "anwidere". (fp)