Die Raiffeisenbank International (RBI) sorgte gestern für ein Déjà-vu-Erlebnis, als sie die Gründung einer Venture-Capital-Gesellschaft bekannt gab: "Elevator Ventures" soll unter anderem Direktinvestitionen in ausgewählte Fintechs machen. Vor zwei Tagen hatte die Uniqa eine ähnlich lautende Mitteilung ausgegeben. Deren neue Tochter GmbH "Uniqa Ventures" hat nicht nur idente Ziele wie die RBI-Elevator Ventures, sondern ist auch mit dem exakt selben Betrag dotiert, nämlich mit 25 Millionen Euro.

Bei der RBI wird die Frage, ob es sich um eine Kooperation mit der Uniqa handelt, nicht verneint. "Dazu werden wir in Kürze mehr sagen können", so eine Sprecherin gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Die Elevator Ventures führen jedenfalls bereits erste Gespräche für ein konkretes Investment, heißt es aus der RBI. Die 25 Millionen Euro stammen aus dem Eigenkapital der RBI. Diese sollen den ausgewählten Fintechs "im Moment" rein auf dem Weg der Eigenkapitalfinanzierung zur Verfügung gestellt werden.

Auch Investitionen in VC-Fonds
Die RBI kündigte an, dass ihre Tochter nicht nur Direktinvestitionen in Fintechs macht, die für die Bank von direktem Nutzen sind, sondern dass auch in Venture Capital-Fonds investiert wird. "Grundsätzlich sind strategische Direktinvestitionen ein Teil der Gesamtstrategie im Rahmen von Elevator Ventures. Für die Investments in VC-Fonds sprechen darüber hinaus auch einige Argumente: unter anderem etwa Risk Sharing, Deal Pipeline, Hebung von Synergien mit am Markt bereits präsenten VC Partnern, größere mögliche Fonds-Volumen und dadurch höhere Attraktivität für potentielle Investmentziele", so die Sprecherin.

Elevator Ventures ist eine 100-Prozent-Tochter der RBI. Geschäftsführer der Gesellschaft sind Hannes Cizek (Leiter Group Digital Banking, RBI) und Thomas Muchar (Leiter Austrian Equity Investments, RBI). Die RBI ist mit 10,9 Prozent an der Uniqa Insurance Group AG beteiligt. (eml)