Im Vorfeld der Einführung von Mifid II wurde viel über die Auswirkungen der ­ungeliebten EU-Richtlinie spekuliert. Auch die heimischen Private-Banking-Anbieter machten sich Sorgen über mögliche Auswirkungen auf ihren Geschäftsverlauf. Gut ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der neuen Gesetzeslage im WAG 2018 wollte FONDS professionell daher von führenden Anbietern wissen, wie die bisherigen Erfahrungen aussehen (siehe Klickstrecke oben). 

Die gute Nachricht: Sieben der neun befragten Unternehmen berichten von keinen negativen Auswirkungen auf das Geschäft. "Nach monatelanger Vorbereitungsphase hat mit dem Start von Mifid II alles sehr gut funktioniert. Die Einführung der Richtlinie hat deshalb bisher kaum Auswirkungen auf den Wertpapierabsatz gehabt", zieht etwa Erste-Bank-Vorstand Thomas Schaufler eine vergleichsweise gute Bilanz. 

Weniger glücklich ist das Bankhaus Spängler mit der neuen Situation. Die Salzburger spüren die Auswirkungen von Mifid II durchaus und betonen vor allem den Mehraufwand, den die neuen Regelungen im laufenden Betrieb verursachen: "Steigende Kosten und Aufwendungen erschweren den Vertrieb von Finanzinstrumenten und wirken generell belastend auf das Wertpapiergeschäft", erklärt Robert Hager, Bereichsleiter Private Banking im Bankhaus Spängler. Auch die Bank Gutmann registriert seit Jahresbeginn weniger Anlageinteresse bei ihren Kunden, führt dies allerdings nicht in erster Linie auf Mifid II zurück. Claudia Figl, Bereichsleiterin Private Clients, meint dazu: "Die anhaltende Niedrigzinsphase im Euroraum und die erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten haben zu einer Zurückhaltung bei Neuinvestments geführt." Einig sind sich alle befragten Unternehmen darin, dass die Einführung von Mifid II den Zeitaufwand in der Beratung deutlich in die Höhe geschraubt hat. (gp)


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