Die altehrwürdige Bank of England schwingt sich zur Vorreiterin beim Management von Klimarisiken auf. Die ihr unterstellte Finanzaufsicht PRA (Prudential Regulation Authority) hat einen Verordnungsentwurf vorgelegt, nach dem Finanzdienstleister wie Banken und Versicherer, aber auch Investmentgesellschaften einen hochrangingen Verantwortlichen bestellen müssen, der sich um die Auswirkungen auf die eigene Geschäftslage kümmert – ansonsten drohen Konsequenzen. Das berichten verschiedene englischsprachige Medien.

Die Entscheidung der britischen Notenbank ist Teil einer Reihe von Maßnahmen von einigen Zentralbanken auf der Welt, die darauf abzielen, dass Firmen mögliche eigene Risiken durch den Klimawandel angehen sollen. Insgesamt 18 Notenbanken, darunter die Deutsche Bundesbank, aber nicht die amerikanische Federal Reserve, haben vor Kurzem gemeinsam eine Erklärung abgegeben, in der sie vor Gefahren für die Finanzstabilität durch die sich ändernden klimatischen Bedingungen warnen und entsprechende Gegenmaßnahmen fordern.

Höhere Kapitalausstattung für "Klimawandel-Leugner"?
Die Bank of England hatte zuvor eine Umfrage unter den von ihr beaufsichtigten Banken gemacht: Lediglich zehn Prozent der Geldinstitute berücksichtigen demnach langfristig den Klimawandel in ihren Straegien. Im Durchschnitt schauen die Banken mit einem Zeithorizont von vier Jahren auf das Problem. In den Zusammenhang gehört, dass einige Institute angekündigt haben, die Kreditvergabe an Unternehmen zu reduzieren, deren Geschäftsmodell zu einem hohen Kohlendioxidausstoß führen, wie Kohlekraftwerke oder Öl-Fracking-Firmen. 

Es steht den Berichten zufolge ferner im Raum, dass Banken und Versicherer, die die Risiken des Klimawandels vernachlässigen oder leugnen, von der Bank of England gezwungen werden könnten, ihre Kapitalausstattung zu erhöhen. Ferner können Banken künftig auch Szenarien wie mögliche Schäden durch Überflutung bei der Immobilienfinanzierung und der Vergabe von Baukrediten berücksichtigen müssen. (jb)