Das Analysehaus Morningstar hat das Rating des DWS Concept Kaldemorgen von "Bronze" auf "Silver" hochgestuft. Analystin Barbara Claus nennt für diese Entscheidung mehrere Gründe, darunter die hohe Multi-Asset-Expertise, das erfolgreiche Risikomanagement und die vorausschauende Nachfolgeplanung.

Der 6,4 Milliarden Euro schwere Fonds wird seit seiner Auflage im Mai 2011 von Klaus Kaldemorgen verantwortet. Das Produkt gehörte lange Zeit über zahlreiche Vertriebskanäle hinweg zu den Bestsellern, musste in den ersten Monaten dieses Jahres aber hohe Mittelabflüsse hinnehmen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Kaldemorgen ist einer der erfahrensten Portfoliomanager Deutschlands. Er begann 1982 zunächst als Rentenfondsmanager bei der DWS, später verwaltete er mehrere Aktienfonds wie den DWS Vermögensbildungsfonds I und den DWS Akkumula. "Im Jahr 2011 beschloss Kaldemorgen, sich mit seinem neu gegründeten Multi-Asset-Total-Return-Team zukünftig auf Multi-Asset-Strategien zu konzentrieren", berichtet Claus.

"Risikoadjustierte Ergebnisse überzeugen"
Kaldemorgen managt den Fonds sehr flexibel und mit einem absoluten Renditeziel – er kann auch Shortpositionen auf einzelne Titel oder Marktsegmente eingehen. Deshalb gruppiert Morningstar ihn in der Kategorie "Alternatives" ein. Die Performance überzeugt: Abgesehen vom Jahr der Auflage stand bislang in jedem Kalenderjahr ein Plus. Auch seit Jahresbeginn notiert das Portfolio im positiven Bereich, was nur auf wenige vergleichbare Fonds zutrifft.

"Auch verglichen mit flexiblen Mischfonds können die risikoadjustierten Ergebnisse, beispielsweise gemessen an der Sharpe-Ratio, überzeugen", betont Claus. "Anleger sollten jedoch beachten, dass das Risikoziel des Fonds – eine maximale Standardabweichung und ein maximaler Verlust von zehn Prozent per annum – dazu führt, dass die Aktienquote im Vergleich mit der Konkurrenz eher unterdurchschnittlich ausfällt." Die Aktienquote lag bisher bei maximal 45 Prozent, so die Analystin.

Lob für das Risikomanagement
"Nachdem wir uns bei unserer Einschätzung in den ersten Jahren des Fonds zunächst auf Kaldemorgens langjährige Aktienmarkterfahrung und seinen guten Track-Record in seinen ehemaligen Aktienmandaten gestützt hatten, haben wir in den letzten Jahren zunehmend Vertrauen in die Fähigkeiten von Kaldemorgen und seines Teams innerhalb des deutlich breiteren Multi-Asset-Universums gefasst", schreibt Claus im Ratingbericht. Das Team habe sich unter unterschiedlichen Marktbedingungen gut geschlagen.

Außerdem habe sich das Risikomanagement, das von zwei spezialisierten Teammitgliedern verantwortet werde, auch in volatileren Jahren wie 2015 und 2016 bewährt. "Dies betrifft sowohl die Einhaltung der Verlustobergrenzen als auch das Management des Risikobudgets, das es dem Manager bislang erlaubte, frühzeitig wieder Positionen aufzubauen, um von Erholungen an den Märkten zu profitieren", lobt Morningstar.

Die Nachfolge scheint geklärt
Für die Ratingentscheidung habe ferner die umsichtige Nachfolgeplanung eine Rolle gespielt, "da Kaldemorgen in einigen Jahren in den Ruhestand gehen könnte", wie es in dem Bericht vornehm heißt – schließlich ist der Manager ist im September 65 Jahre alt geworden. Kaldemorgen hatte seinen Vertrag jüngst um zwei Jahre von 2019 bis 2021 verlängert, seine weiteren Pläne ließ er verständlicherweise aber offen. "Kaldemorgen hat in den letzten Jahren ein stabiles und erfahrenes Team aufgebaut, das seit 2013 trotz der Turbulenzen auf Deutsche-Bank-Ebene keine personellen Verluste zu verzeichnen hatte", betont Claus.

Kaldemorgen habe zudem frühzeitig begonnen, seine Teammitglieder in die Entscheidungsprozesse mit einzubinden und ihnen Verantwortung für eigene Sektoren und Fonds zu übertragen. So verwaltet Henning Potstada den DWS Multi Opportunities, und Christoph Schmidt verantwortet den DWS Dynamic Opportunities. "Seit diesem Jahr wird das Multi-Asset-Total-Return-Team zudem gemeinschafltich von Kaldemorgen und Potstada geleitet", so Claus. "Wir haben nun die Konfidenz entwickelt, dass das Team erfahren genug ist, um die erfolgreiche Strategie auch nach einem möglichen Ausscheiden Kaldemorgens im Jahr 2021 fortzuführen, weswegen wir das Rating des Fonds von 'Bronze' auf 'Silver' heraufstufen." (bm)