Die Deutsche Asset Management soll nach dem geplanten Teilbörsengang zwischen 65 und 75 Prozent des Gewinns ausschütten. Dies versprach Spartenchef Nicola Moreau auf einer Investorenkonferenz, bei der die Deutsche Bank ihre Fondstochter möglichen Anlegern präsentierte. Dabei gewährte das Haus tiefe Einblicke in sein Asset-Management-Geschäft. Das recht hohe Dividendenversprechen dürfte das Institut als Ausgleich für die eher ungewöhnliche Rechtsform gewählt haben.

Denn das größte deutsche Geldhaus will seine Fondstochter als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) auf das Börsenparkett bringen. Durch diese Konstruktion behält das Frankfurter Haus die Hoheit bei allen wichtigen strategischen und personellen Entscheidungen. Lediglich am Gewinn sind die anderen Anteilseigner gleichberechtigt beteiligt. Diese Beschränkung der Mitsprache könnte einige Interessenten von einem Investment in die Deutsche-AM-Neuemission abhalten.

Einfluss gesichert
Mit diesem Schritt unterstreicht die Deutsche Bank aber ihr Interesse daran, längerfristig die Fäden bei der Fondstochter in der Hand zu halten. So können die Frankfurter künftig noch weitere Anteile an ihrer Tochter versilbern, ohne aber ihren Einfluss zu verlieren. Erst wenn der Deutsche-Bank-Anteil eine nicht näher benannte Schwelle unterschreitet, wird die KGaA in eine normale Aktiengesellschaft umgewandelt. Zum Konstrukt der Kommanditgesellschaften greifen häufig Unternehmen, hinter denen starke Gründerfamilien stehen. Dazu zählen etwa der Konsumgüterkonzern Henkel, der Pharmariese Merck KGaA oder der französische Reifenhersteller Michelin.

Bei dem für das kommende Jahr anberaumten Börsengang will das Frankfurter Institut zunächst 25 Prozent der Anteile abgeben. Die Fondsgesellschaft hat zudem angekündigt, den alten Markennamen DWS wieder aufleben zu lassen. Unter dem Traditionsnamen hatte das Haus seit 2013 nur noch den Vertrieb an deutsche Privatanleger laufen lassen (Lesen Sie dazu auch den Kommentar von FONDS-professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch).

Kosten eindämmen
Weiterhin erläuterte Moreau auf der Investorenkonferenz seine Ziele für den Asset Manager.
Demnach strebt die Fondsgesellschaft mittelfristig ein Neugeschäft von drei bis fünf Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr an. Die herben Mittelabflüsse im Jahr 2016 tat Moreau als einmaligen Effekt ab. Damals waren erhebliche Zweifel an der Kapitalausstattung des Mutterhauses aufgekommen.

Beim Punkt Kosten räumte Moreau hingegen noch Verbesserungsbedarf ein. Das um Sonderposten bereinigte Verhältnis von Aufwand zu Ertrag (Cost-Income-Ratio) will Moreau unter die Marke von 65 Prozent drücken. Per Ende September lag diese Kennziffer bei 68 Prozent. Zum Vergleich: Beim Branchenprimus Blackrock lag die Kennzahl bei 55 Prozent. Auf einen Euro Umsatz entfielen also 45 Cent Gewinn. Beim europäischen Konkurrenten Amundi lag die Quote zum dritten Quartal sogar bei 53,5 Prozent.

Smart-Beta-Geschäft forcieren
Grundsätzlich pries Moreau sein Haus den potenziellen Investoren als breit aufgestellten Asset Manager an – sowohl über Regionen, Kundengruppen als auch Anlageklassen hinweg. Zudem verfüge das Haus über ein starkes Geschäft mit Passiv-Produkten wie börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Investmentchef Stefan Kreuzkamp kündigte an, dass insbesondere der Bereich mit alternativen Indizes (Smart oder Strategic Beta) vorangetrieben werden solle. In Nordamerika wolle man sich bei ETFs gar ganz auf Bereiche abseits der Standardbarometer konzentrieren. "Hier bieten Blackrock und Vanguard die Produkte zu Preisen, die unter unseren Produktionskosten liegen", erläuterte Kreuzkamp. (ert)