Mit einer neuen Hiobsbotschaft wartet die Deutsche Bank auf: Das Institut erwartet für das "Gesamtjahr 2017 einen geringen Verlust nach Steuern", wie das Geldhaus in einer Ad-hoc-Mitteilung verlauten ließ. Vorstandschef John Cryan hatte eigentlich leicht schwarze Zahlen versprochen. Der Aktienkurs sackte am Freitag nach Bekanntwerden der Nachricht um mehr als fünf Prozent ab. Auch am Montag startete das Papier mit einem Minus in den Handel.

Ein Grund für das schlechte Ergebnis ist die Steuerreform in den USA. Präsident Donald Trump hatte Steuererleichterungen für Unternehmen versprochen. Der Steuersatz sinkt von 35 auf 21 Prozent. Doch ausgerechnet das belastet zunächst einmal die Bilanzen der Deutschen Bank, wie auch von anderen Geldhäusern, beispielsweise Goldman Sachs. Denn die Institute machten frühere Verluste bei der Steuer geltend und drückten so ihre Abgabenlast. Diese Verlustvorträge fallen mit dem neuen, niedrigeren Steuersatz aber geringer aus. Daher muss die Deutsche Bank eine Abschreibung von 1,5 Milliarden Euro vornehmen.

Ruhige Börsen sorgen für Auftragsflaute
Schwerer wiegt aber die Flaute im Investmentbanking. Das Institut wies in der Mitteilung darauf hin, "dass die Bedingungen im Wertpapierhandel im vierten Quartal 2017 von einer geringen Volatilität an den Finanzmärkten gekennzeichnet waren und die Kunden in wichtigen Geschäftsbereichen wenig gehandelt haben." Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Aktien sowie dem Finanzierungsgeschäft "dürften daher im vierten Quartal etwa 22 Prozent geringer ausfallen als im entsprechenden Vorjahreszeitraum", meldete die Bank.

Führung in der Kritik
Die schwache Entwicklung in einem der Kerngeschäftsfelder lässt die Kritik an der Führung um Vorstandschef Cryan erneut aufflammen. Ein Teil seiner Strategie ist, das Kapitalmarktgeschäft anzutreiben. Doch nachdem im vierten wie auch schon im dritten Quartal die Ergebnisse hier schwach ausfielen, dürfte der Unmut der Eigner wachsen. Zudem belasten höhere bereinigte Kosten und Verluste aus dem Verkauf des Privat-und Firmenkundengeschäfts in Polen. Obwohl die Deutsche Bank ein positives Vorsteuerergebnis für das Gesamtjahr erwartet, rechnet sie mit einem Vorsteuerverlust im vierten Quartal.

Das Institut gab in der Mitteilung nur Eckdaten bekannt. Wie der Börsenaspirant, die Fondstochter Deutsche Asset Management abschnitt, teilten die Frankfurter nicht mit. Die Ergebnisse für das letzte Quartal und das Gesamtjahr 2017 will das Geldhaus am 2. Februar bekanntgeben. (ert)