Die Südwestbank aus Stuttgart plant, in sehr großem Stil Mitarbeiter zu entlassen. Insgesamt sollen bis Ende 2019 rund 250 der derzeit 600 Angestellten gehen müssen. Das berichtet die "Schwäbische Zeitung". Die Bank habe die Entlassungen gegenüber der Zeitung bestätigt, nicht aber die Zahl der Mitarbeiter, die freigesetzt werden. 

"Aufgrund der Notwendigkeit effizienterer Prozesse wird sich die Anzahl unserer Mitarbeiter reduzieren. Bis Ende des Jahres 2019 werden pro Jahr jeweils circa 70 Stellen (Mitarbeiterkapazitäten) abgebaut", zitiert das Blatt aus einem Statement des Instituts, welches im vergangenen Jahr von der österreichischen Bawag PSK übernommen wurde.

Hälfte der Filialen soll schließen
Die Pläne seien auf einer Betriebsversammlung Anfang April vorgestellt worden. Im Moment würden Einzelgespräche mit denjenigen geführt, die gehen sollen. Auf diese Weise sollen bis Ende 2018 rund 100 Arbeitsplätze abgebaut werden, bis Ende 2019 noch einmal so viele. Dazu würde "rund die Hälfte" der zurzeit noch 28 Geschäftsstellen geschlossen, wie die Zeitung schreibt.

Diese berichtet weiter, dass deutlich höhere Renditeforderungen der Bawag die Ursache für die Stellenstreichungen sei: Die Südwestbank wachse zwar seit Jahren und sei profitabel. Allerdings möchten die neuen Eigentümer eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 Prozent sehen, im Moment seien es knapp fünf Prozent. 

Diese Ziele wiederum würden verständlich, wenn man auf die Eigentümerstruktur der Bawag PSK schaue: Die österreichische Bank gehört mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Cerberus, der für seine Härte berühmt-berüchtigt sei. Cerberus hatte die Bawag nach deren existenziellen Schieflage im Mai 2007 für rund drei Milliarden Euro übernommen und 2017 einen Teil davon an die Börse gebracht. (jb)