Das waren noch Zeiten, 2006, als das Sparbuch eine Rendite abwarf, die heute jeden Investor mit High-Yield-Strategie erblassen lassen würden: Nur fünf Prozent der Österreicher fanden es 2006 gut, ihr Erspartes zu Hause aufzubewahren. Dann kam die Finanzkrise. Aktien und Fonds rutschten 2009 auf ein Rekord-Imagetief mit sieben Prozent Zustimmung und mussten dem "Heimsparen" mit neun Prozent an Befürwortern den Vortritt lassen.

Seitdem konnte die "Hausbank" sukzessive ihre Zustimmung ausbauen, auf aktuell 19 Prozent. Das zeigt eine Erhebung von GfK. Die Attraktivität des Zuhause-Sparens liegt damit noch vor Investmentfonds (elf Prozent), Aktien (zwölf Prozent), Onlinekonto (13 Prozent), einer privaten Zusatzpension (14 Prozent), Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung (17 Prozent) und einer Lebensversicherung (18 Prozent).

Wohnungseigentum am attraktivsten
Der Imagekaiser unter den Anlageformen ist seit 2015 die Eigentumswohnung oder das eigene Haus – auch wenn es hier im letzten Quartal 2016 ein leichtes Minus um zwei Prozentpunkte auf 40 Prozent gab. Interessanterweise konnte aber der Bausparer im Vorjahr nach einem Beliebtheitstief von 30 Prozent wieder ordentlich Terrain gut machen auf 36 Prozent. Auch das Sparbuch hat nach einem Rekord-Tief Anfang 2016 bei 19 Prozent wieder kräftig angezogen auf 24 Prozent. Noch vor wenigen Jahren hatten sich Sparbuch und Bausparer einen Kampf um die Vorherrschaft unter den interessantesten Anlageformen geliefert – teils mit Werten um die 50 Prozent. 

Neben Sparbuch und Bausparer stiegen in der GfK-Erhebung zuletzt auch die konservativen Anlageformen Lebensversicherung und Pensionsvorsorge wieder in der Beliebtheit. Das lässt ein Fazit zu: Kaum hat man sich an die vielen Negativnachrichten gewöhnt, kehrt man wieder zu alten Gewohnheiten zurück, auch wenn sich die Bedingungen nicht verbessert haben.

"Das Thema Nullzinsen war zu Jahresbeginn sehr präsent. Viele Menschen sahen ihr Erspartes in Gefahr, was die damals sehr niedrigen Befragungswerte bei Sparbuch und Bausparvertrag erklärt. Mittlerweile ist das Medieninteresse etwas abgeflaut und der Fokus der Menschen hat sich wieder anderen Themen zugewandt – obwohl sich die Situation am Markt nicht nennenswert verändert hat“, fasst es Sebastian Huchler, Finanzmarktforscher von GfK Austria zusammen. (eml)