Donald Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn plant offenbar eine Revolution am amerikanischen Bankenmarkt. Er soll sich bei einem privaten Treffen mit Politikern beider Parteien für ein neues Trennbankensystem ausgesprochen haben, berichtet Bloomberg. Das heißt: Cohn will Investmentbanken und Geschäftsbanken wieder separieren.

Sollte ein entsprechendes Gesetz kommen, müssten die großen US-Institute ihr komplettes Geschäftsmodell umkrempeln. Das frühere US-Trennbankengesetz, schriftlich niedergelegt im sogenannten "Glass-Steagal Act" von 1932, war 1999 nach mehr als 60 Jahren vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton aufgehoben worden. In den folgenden Jahren übernahmen Banken wie Citigroup und Bank of America reihenweise andere Institute und breiteten sich damit in mehreren Geschäftsfeldern aus.

Alles soll anders werden – nur wie?
Ökonomen diskutieren immer wieder darüber, wie sinnvoll es ist, das normale Kredit- und Einlagengeschäft vom Investmentbanking zu trennen. Die einen sehen in der Abschaffung des Trennbankengesetzes eine der wesentlichen Ursachen für die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Andere weisen darauf hin, dass Lehman Brothers, dessen Pleite die Krise eingeleitet hatte, eine reine Investmentbank war. HInzu kommt, dass beispielsweise in Europa auch diverse öffentlich-rechtliche Sparkassen krisenbedingt ins Wanken gerieten, die keine eigenen Investmentbanking-Sparten unterhalten.

Die Regierung Trump versucht derzeit an mehreren Fronten, die Bankenregeln neu zu schreiben. Bislang deutete vieles eher auf eine Lockerung denn eine Straffung der Kontrollmechanismen hin. Am Dienstag erst hatte der US-Präsident angekündigt, den sogenannten "Dodd-Frank-Act" zu ändern, damit Banken einfacher Kredite vergeben können. Europäische Branchenvertreter sehen diese Form der Deregulierung äußerst kritisch. Welche ihrer Pläne für die Finanzbranche die US-Regierung tatsächlich umsetzen wird, ist angesichts der neuesten Entwicklung unlklarer als zuvor. (fp)