Bei Bewerbungen wird häufiger und unverfrorener geschummelt, als man für möglich hält. Eine Umfrage der Personalberatung Robert Half unter 500 Managern aus Deutschland, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, bringt es an den Tag: Knapp drei Viertel der Führungskräfte haben schon einmal Kandidaten aussortiert, weil sie im Lebenslauf nachweislich falsche Angaben gemacht hatten. Im Europa-Vergleich ist das ein Spitzenwert. Also sind deutsche Personaler entweder superpingelig – oder bei Bewerbungen in Deutschland wird besonders oft gelogen.

Arbeitgeber tricksen ebenso
Klar ist: Im Jobgespräch will man einen möglichst kompetenten, sympathischen Eindruck hinterlassen. Und 100-prozentige Ehrlichkeit erwartet ohnehin niemand – auf keiner der beiden Seiten. Denn auch Unternehmen rücken nicht mit der ganzen Wahrheit heraus und brüsten sich lieber mit "Weltoffenheit", schwärmen vom "tollen Betriebsklima" oder faseln von "flachen Hirarchien". Auch das ist nur zu verständlich: Wer will dem hoffnungsfrohen Bewerber schon eröffnen, dass die Abteilung, die eine freie Stelle zu vergeben hat, in einem halben Jahr sehr wahrscheinlich drastischen Sparmaßnahmen ausgesetzt sein wird? Dass sich also alle ein bisschen besser machen, als sie in Wirklichkeit sind, liegt auf der Hand.

Doch Vorsicht: Machen Bewerber wissentlich inkorrekte Angaben, kann das nach hinten losgehen und arbeitsrechtliche Folgen nach sich ziehen. Kommen Personaler unehrlichen Jobanwärtern auf die Schliche, führen sie das Gespräch in der Regel professionell zu Ende – und schweigen. Wie sie danach mit den Schummeleien umgehen, hängt von deren Schweregrad ab.

Welche Lügen im Jobgespräch gerade noch durchgehen, was sogar gestattet ist und welche Schummeleien absolut tabu sind, zeigt unsere Fotogalerie oben. (fp/ps)