Der britische Fondsanbieter Henderson hat im vergangenen Jahr Mittelabflüsse in Höhe von vier Milliarden Pfund erlitten (rund 4,7 Milliarden Euro). Das ist das erste Mal seit 2012, dass Anleger Geld von dem Haus abziehen. 2015 hatte Henderson unter dem Strich noch 8,5 Milliarden Pfund frische Mittel eingesammelt. Das verwaltete Vermögen kletterte dagegen um zehn Prozent auf 101 Milliarden Pfund.

Grund für den Schwund seien US-Anleger, die nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Geld aus europäischen Fonds abzogen und in ihrer Heimat wieder anlegten, so Vorstandschef Andrew Formica. Er rechnet auch erst wieder mit einer Rückkehr der Anleger nach Europa, wenn die Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland mehr Klarheit geschaffen haben.

Deutlicher Gewinnrückgang
Die Abflüsse fallen mitten in den geplanten Zusammenschluss mit dem US-Haus Janus, der neuen Heimat des ehemligen "Bondkönigs" Bill Gross. Die Häuser hatten im Oktober 2016 angekündigt, fusionieren zu wollen. Das soll Kosten einsparen und mehr Schlagkraft im Wettbewerb bringen.

Der Mittelschwund bei Henderson zeigt sich auch in der Bilanz: Der Gewinn vor Steuern für 2016 fiel um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 139 Millionen Pfund. Unter dem Strich steht sogar ein Gewinneinbruch von 32 Prozent auf rund 110 Millionen Pfund.
 
Während die volumenabhängigen Gebühreneinnahme mit dem verwalteten Vermögen leicht stiegen, brachen die aus erfolgsabhängigen Gebühren erzielten Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um fast 60 Prozent ein. (ert)