David Solomon gilt nicht nur als einer der beiden Top-Kandidaten für die Nachfolge von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, sondern er weiß auch, das Leben zu genießen. So legt er als muskalisch versierter "DJ D-Sol" in New Yorker Clubs auf und kaufte über die Jahre eine umfangreiche und ansehnliche Kollektion exquisiter Weine zusammen.

Doch im Keller des Connaisseurs schien es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Immer wieder fehlten Flaschen – ohne, dass Solomon oder einer seiner Gäste diese verkostet hätten. Wie sich nun herausstellt, teilte der Goldman-Sachs-Spitzenmanager seinen exquisiten Geschmack wohl mit einem seiner Angestellten.

Solomons persönlicher Assistent zweigte einige der Edelreben ab und verkaufte sie weiter. Letztlich fehlen Hunderte Flaschen im Gesamtwert von 1,2 Millionen US-Dollar. Manche der Weltklasse-Jahrgänge, etwa vom renommierten Gut Domaine de la Romanée-Conti im Burgund, hatten einen Einzelwert von 19.000 Dollar pro Exemplar. 

Flaschendieb gefasst
Solomons "Kellergeist" wurde Dienstagnacht am Flughafen in Los Angeles festgenommen – ob der Flaschendieb auf der Flucht war oder einen Ausflug in die kalifornischen Weinregionen plante, ist nicht überliefert. Zu welchem Preis der Weinräuber seine Beute weiterverkaufte, wurde nicht bekannt – oder ob er sich den ein oder anderen Schluck selbst gönnte.

"Seltene Weinsorten haben einen sehr speziellen Markt. Doch selbst bei der geringsten Chance, illegal Geld zu machen, werden Diebe einen Weg finden, das Gesetz zu brechen", sagte ein Direktor der US-Bundespolizei FBI. Die delikaten Ermittlungen lagen dann auch in den Händen der Abteilung für Kunstraub. Dem Dieb drohen nun bis zu zehn Jahre Haft. (ert)