Die weltgrößten Fondsanbieter Blackrock, Vanguard und State Street haben ihre Teams für Corporate Governance deutlich aufgestockt, berichtet die Wirtschaftszeitung "Financial Times". Die neuen Mitarbeiter sollen überwachen, ob die Unternehmen, an denen die hauseigenen Fonds aktien- oder anleihenseitig beteiligt sind, Grundsätze guter Unternehmensführung berücksichtigen. Damit reagieren die Asset Manager auf den Druck der Aufseher und der Öffentlichkeit, stärker auf die moralischen Aspekte der Investments zu achten.

Blackrock hat in den vergangenen drei Jahren in diesem Bereich elf neue Mitarbeiter eingestellt. Mit 31 Firmenwächtern beschäftigt der New Yorker Riese damit nun das größte Team in der Branche. Der US-Konkurrent Vanguard hat im selben Zeitraum die Zahl der Corporate-Governance-Analysten auf 20 verdoppelt. State Street schließlich verdreifachte die Zahl der Mitarbeiter auf rund elf. Und sowohl Vanguard als auch State Street wollen diesen Bereich im laufenden Jahr weiter ausbauen, schreibt die "Financial Times".

Wichtige Streitpunkte
In der Europäischen Union soll 2019 eine Richtlinie in Kraft treten, welche die Rechte der Aktionäre deutlich stärkt. Obendrein sollen einflussreiche Großanleger wie Fondsgesellschaften dazu verpflichtet werden, mehr Informationen darüber preiszugeben, auf welche Strategien und Ausrichtungen sie bei den Unternehmen pochen, in die sie investiert haben. Wichtige Streitpunkte dabei sind Fragen rund um die Bezahlung der Top-Manager sowie die immer wichtiger werdende Besetzung von Schlüsselpositionen durch Frauen. (ert)