Bei Deutschlands größter Bank hakt es offenbar in der IT, und zwar gewaltig. Die Deutsche Bank überwies im vergangenen Monat im Rahmen des täglichen Derivatehandels aus Versehen 28 Milliarden Euro auf ein Konto bei der Frankfurter Derivatebörse Eurex. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Bloomberg berichtet, erfolgte der Patzer im Zuge der täglichen Anpassung der Sicherheiten. Die Überweisungssumme überstieg den Wert der eigentlich geplanten Transaktion bei weitem und lag sogar höher als die Marktkapitalisierung der Bank am Frankfurter Aktienmarkt.

Glück im Unglück: Der Fauxpas wurde schnell entdeckt, finanzieller Schaden entstand nicht. "Es war ein operationaler Fehler bei der Überweisung von Sicherheiten zwischen den Hauptkonten der Deutschen Bank und dem Eurex-Konto der Deutschen Bank", erklärte ein Sprecher des Geldhauses gegenüber Bloomberg. "Der Fehler wurde innerhalb weniger Minuten erkannt und behoben." Die Deutsche Bank hat die Hintergründe nach eigenen Angaben gründlich geprüft und Maßnahmen ergriffen, damit sich ein solcher Patzer nicht wiederholt.

IT-Chefin muss nach Wutausbruch gehen
Die jüngste Fehlbuchung war nicht die erste. Im Juni 2015 hatte die Deutsche Bank versehentlich sechs Milliarden US-Dollar auf das Konto eines Hedgefonds überwiesen. Schuld war nach Angaben des Instituts ein neuer Mitarbeiter, dessen Chef im Urlaub weilte. Der erneute Patzer scheint indes der scheidenden IT-Chefin der Deutschen Bank Recht zu geben: Kim Hammonds hatte das Institut Medienberichten zufolge auf einer internen Veranstaltung als "unfähigste" und "unorganisierteste" Firma bezeichnet, für die sie je gearbeitet habe. Zur Hauptversammlung am 24. Mai soll Hammonds nun aus dem Unternehmen ausscheiden, offiziell in gegenseitigem Einvernehmen. (fp)