Das war’s für Christian Bittar: Der einstige Star der Finanzindustrie ist jetzt komplett aus ebendieser verbannt, meldet Bloomberg. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf ein Statement der Financial Conduct Authority (FCA). Demnach ist das Urteil gegen den ehemaligen Deutsche-Bank-Derivatehändler bereits im April gefällt, aber zunächst zurückgehalten worden. Grund war eine Klage gegen das FCA-Urteil. Mit dem Abschluss dieser Klage ist Bittars Ausschluss von den Finanzmärkten auf Lebenszeit nun rechtskräftig.

Bittar darf demnach nie wieder in einem regulierten Finanzmarkt tätig sein. Dem Ex-Derivatehändler fehle die "Integrität und damit die Eignung", eine Rolle auf dem Finanzmarkt wahrzunehmen, heißt es im Statement der FCA. Bevor der Bann wirken kann, muss Bittar noch eine Gefängnisstrafe absitzen: Nachdem er sich im März dieses Jahres schuldig bekannt hatte, gemeinsam mit anderen Beteiligten den internationalen Referenzzinssatz Euribor manipuliert zu haben, hatte ihn ein Londoner Gericht zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt. Die Hälfte der Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt; Bittar darf das Gefängnis in rund zwei Jahren wieder verlassen.

Schlagzeilen mit Rekordbonus
Noch vor einigen Jahren war Bittar in seinem Berufszweig ein Star. Er sorgte unter anderem für Schlagzeilen, weil er im Jahr 2009 einen extrem üppigen Bonus in Höhe von 80 Millionen Euro kassierte – die höchste Prämie in der Geschichte der Deutschen Bank. Die Hälfte des Rekordbonus behielt die Deutsche Bank wegen der Ermittlungen zur Zinsmanipulation aber ein. Bittar schraubte indes nicht alleine am Euribor herum: Auch Mitarbeiter der britischen Großbank Barclays und der französischen Société Générale sollen beteiligt gewesen sein.