Die Wertpapierrichtlinie Mifid II hat auch für Dark Pools, also die Handelsplattformen großer Banken und Broker, einige Auswirkungen. Die in Paris sesshafte Wertpapieraufsicht ESMA (European Securities and Markets Authority) verfügt einen impliziten Handelsstopp bei vielen der auf diesen unregulierten Trading-Plattform notierten Aktien.

Laut Mifid II respektive der ESMA wird der Handel auf den privaten Plattformen dann eingeschränkt, wenn zwei Kriterien erfüllt sind: Erstens, wenn innerhalb von zwölf Monaten mehr als vier Prozent des Gesamtvolumens einer Aktie in einem Dark Pool gehandelt werden. Zugleich dürfen zweitens in allen Dark Pools insgesamt nur noch höchstens acht Prozent des gehandelten Gesamtvolumens einer Aktie innerhalb eines Jahres umgesetzt werden.

Sofern diese Grenzen überschritten werden, darf die betreffende Aktie sechs Monate lang nicht mehr in dem betroffenen Dark Pool zum An- oder Verkauf angeboten werden. Eine Überschreitung der Limits der zweiten Regel mündet in einem Handelsverbot dieser Aktie in allen Dark Pools für ein halbes Jahr. Das Problem dabei: Bislang liegen der ESMA keine hinreichend detaillierten Daten vonseiten der Dark-Pool--Betreiber vor, um die Notwendigkeit eines Einschreitens beurteilen zu können

Dax-Aktien weitgehend verschont
Dark Pools wurden von Banken und Handelshäusern eingerichtet, um Großanlegern einen günstigeren und liquideren Handel als an den öffentlich regulierten Börsen zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass professionelle Marktteilnehmer mit ihren sehr großen Kauf- und Verkaufsorders oft Tage brauchen, um ihre Positionen auf- oder abzubauen und dabei zumindest an den regulären Börsen "sichtbare“ Spuren in den Orderbüchern respektive Handelsprotokollen hinterlassen.

Wie Medien berichten, sind von den schärferen Regulierungen vor allem die privaten Marktplätze in London respektive britische Aktien tangiert. Weniger betroffen ist der Handel mit deutschen Aktien, insbesondere jene aus dem Dax. Ein großer Teil der europäischen Aktien könnte den oben genannten, nunmehr gültigen Obergrenzen "zum Opfer fallen“. Fast 500 Aktien oder 68 Prozent der untersuchten Anteilscheine in der Region überschritten die Obergrenze von acht Prozent, ergab eine Schätzung von Rosenblatt Securities, die auf Daten eines Jahres bis zum 31. Januar 2018 basierten. (aa/ps)