Immer wieder ließen sich die Player des Beteiligungsmarktes auf Abenteuer ein – und meistens gingen sie schief. Lebensversicherungsfonds mit ausländischen Policen sind ein Fehltritt der Sachwertebranche. Unzählige Fondsananbieter, von denen heute einige gar nicht mehr existieren, zog es in die USA oder nach Großbritannien, um dort gebrauchte Versicherungen aufzukaufen. In kaum einem Fonds war das von Erfolg gekrönt.

Auszahlung nach abgeschlossenem Verkauf
Vor wenigen Tagen erhielten die Anleger des geschlossenen Fonds "Life Value II" von Dr. Peters Post. Der im Herbst 2014 beschlossene Verkauf der US-Lebensversicherungen, die der Fonds einst erworben hatte, ist abgeschlossen. Die etwa 1.100 Anleger sollen Mitte April die erste Abschlagszahlung aus dem Verkauf erhalten. Dr. Peters hat eine Auszahlug in Höhe von 43,8 Prozent angekündigt.

Das Emissionshaus legte den Fonds im Jahr 2004 auf und platzierten ihn in Deutschland und Österreich. Er sammelte rund 48,4 Millionen US-Dollar Eigenkapital ein und erwarb 105 Versicherungspolicen. Gemanagt wurde das Portfolio von der US-Gesellschaft Maple Life Financial. Der Fonds entwickelte sich von Anfang an nicht planmäßig und hat bis dato nur zwei Mal 2,5 Prozent an die Anleger ausgezahlt. Im Oktober 2014 haben sie auf Vorschlag der Geschäftsführung den sukzessiven Verkauf der Lebensversicherungen beschlossen.

Im Mai 2016 hat der Fonds schließlich das Portfolio der bis dahin noch vorhandenen Policen verkauft, nachdem mehrere indikative Angebote eingegangen waren. Die Übertragung der Versicherungen erfolgte schrittweise bis Anfang dieses Jahres. Fondsmanager Dr. Peters hatte gehofft, dass die Abwicklung schneller läuft und die Auszahlung an die Anleger schon im vergangenen Herbst stattfindet. Die Bearbeitungsdauer hänge jedoch von den Versicherungsgesellschaften ab und könne nicht beeinflusst werden, ließ Dr. Peters wissen.

Kapitalverlust unvermeidbar
Ursprünglich sollte der Fonds den Anlegern bis Ende 2016 Kapitalrückflüsse von insgesamt 185 Prozent bringen. Daraus wird nichts. Die Anleger werden ihr eingesetztes Eigenkapital teilweise verlieren. Unter Berücksichtigung der angekündigten Auszahlung steht etwa die Hälfte des Anlegerkapitals im Feuer. Wie hoch die finale Schlussauszahlung bei der Liquidation der Fondsgesellschaft sein wird, ist zurzeit nicht bekannt. (ae)