Die Deutsche Bank hat die Preisspanne für die Erstnotiz der Aktien ihrer Fondstochter DWS bekannt gegeben. Demnach will das Haus die Titel in der Bandbreite zwischen 30 und 36 Euro anbieten. Dies teilte das Institut am Sonntagabend mit. Der Börsengang bringt dem Frankfurter Geldhaus damit im besten Fall bis zu 1,8 Milliarden Euro ein.

Die Bank trennt sich von mindestens 20 und höchstens 25 Prozent ihrer Anteile an der Fondsgesellschaft. Diese ist damit zwischen sechs und 7,2 Milliarden Euro wert. Analysten hatten den Börsenwert zuvorauf sechs bis acht Milliarden Euro taxiert. Die nun genannte Preisspanne rangiert also eher am unteren Ende der Schätzungen. Der Handel soll bereits am 23. März beginnen.

Kapitalpolster aufstocken
Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte vergangenes Jahr angekündigt, den Fondsanbieter an die Börse zu bringen. Das Geldhaus will damit seine angespannte Kapitalausstattung aufbessern. Die Deutsche Asset Management erhält im Zuge des Parkettgangs wieder ihren alten Namen DWS. Die Vermögensverwaltungssparte wurde aber als KGaA gegründet. Damit sichert sich die Mutter den Einfluss auf die Tochter, auch wenn sie weitere Anteile an die Börse bringen sollte.

Neben dem derzeit wieder turbulenteren Marktumfeld dürfte insbesondere die Wahl der außergewöhnlichen und im Ausland eher unbekannten Rechtsform den Preisrahmen begrenzt haben. Die Deutsche Bank will nur dann mehr als 20 Prozent der Anteile auf den Markt bringen, wenn die Nachfrage besonders groß sein sollte. Dann könnten weitere 2,4 Prozent platziert werden. Weitere 2,6 Prozent gingen über eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) des Konsortialführers aufs Parkett – dieser ist die Deutsche Bank selbst.

Partnerschaft mit Nippon Life
Trotz der Skepsis mancher Investoren gegenüber der KGaA-Struktur gewann die DWS einen Ankeraktionär hinzu: den japanischen Versicherer Nippon Life. Dieser wird sich mit fünf Prozent an dem Asset Manager beteiligen. "Wir freuen uns sehr, dass wir Nippon Life als Ankerinvestor gewonnen haben", sagte Nicolas Moreau, Vorstandschef der DWS, der Mitteilung zufolge. Damit bestätigte das Haus seit Tagen kursierende Pressemeldungen.

Die beiden Häuser vereinbarten zudem eine strategische Partnerschaft. Diese siehe unter anderem vor, dass zusätzliches verwaltetes Vermögen in die DWS eingebracht werde. Das Haus verwaltet derzeit rund 700 Milliarden Euro. Daneben sollen neue Vertriebsmöglichkeiten ausgelotet und gemeinsame Produkte entwickelt werden. Die Partnerschaft sei zunächst auf fünf Jahre ausgelegt. Außerdem solle ein Vertreter von Nippon Life Mitglied des Aufsichtsrats der DWS werden.

Prominente Personalien
Zudem wurden weitere Mitglieder des Aufsichtsrats bekannt. So soll Margret Suckale, früher Personalvorstand bei der Deutschen Bahn und BASF, in das Kontrollgremium aufrücken. Weiterhin ziehe Evonik-Finanzvorstand Ute Wolf in das Gremium ein, berichtet die Zeitung "Die Welt" und beruft sich auf ihr vorliegende Dokumente. Obendrein würden der Finanzvorstand des DWS-Konkurrenten Fidelity, Alan Scheuer, sowie der französische Unternehmensberater Aldo Cardoso als Kontrolleure berufen. Mit den prominenten Personalien will die Bank offenbar Kritik an der KGaA-Form abmildern.

Daneben treten die Deutsche-Bank-Vorstände Sylvie Matherat und Asoka Wöhrmann in das Gremium ein. Wöhrmann war einst selbst Investmentchef des Fondsanbieters und leitet heute das Privatkundengeschäft der Bank in Deutschland. Die DWS wollte die Personalien nicht kommentieren. Den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt Deutsche-Bank-Vorstand Karl von Rohr, wie bereits bekannt. (ert)