Die in Gründung befindliche Bank für Gemeinwohl (BfG) hat Mitte des Jahres die Crowdfunding-Plattform www.gemeinwohlprojekte.at ins Leben gerufen. Die Besonderheit der Plattform ist, dass die eingereichten Projekte in einem dreistufigen Prozess auf ihre Gemeinwohl-Orientierung und Machbarkeit geprüft werden. Unter anderem werden Ökologie, Nachhaltigkeit, Transparenz sowie ethisches Finanzmanagement bewertet. Dabei werden die 5800 Genossenschafts-Mitglieder in den Evaluierungsprozess einbezogen. So finden die Projekte vom Start weg Unterstützung bei einer breiten Community von Gleichgesinnten: "Der Erfolg der Plattform zeigt: Gemeinwohlorientierte Projekte zu unterstützen, das verleiht Sinn und motiviert viele Menschen mitzumachen", freut sich Peter Zimmerl, Vorstand der Genossenschaft für Gemeinwohl.

Für die ersten vier erfolgreich finanzierten Projekte wurden in Summe innerhalb von drei Monaten 183.400 Euro aufgebracht. Konkret geht es um den Ankauf einer Pflanzen-Ölmühle, zwei Bürgerstromanlagen in der Steiermark sowie zwei (Schiebe-)Tunnel für ein Permakultur-Projekt in Niederösterreich. Die Projekte sind sowohl spenden- als auch gegenleistungsbasiert.

Kooperation statt Konkurrenz
Die Plattform wurde in Kooperation mit der Spendenplattform Respekt.net gelauncht. "Wir freuen uns sehr, dass wir unsere langjährige Erfahrung im spendenbasierten Crowdfunding mit der Genossenschaft für Gemeinwohl gemeinsam weiterentwickeln können", so Horst Harlacher, Vorstand von Respekt.net. Die Plattformen Respekt.net mit dem Schwerpunkt auf zivilgesellschaftliche Initiativen auf der einen Seite und gemeinwohlprojekte.at mit der Spezialisierung auf Projekte, die das Gemeinwohl im Fokus haben auf der anderen Seite, würden sich perfekt ergänzen. "Wie die rasche Finanzierung der ersten Projekte zeigt, besteht eine große Sehnsucht nach sinnvollen Investments", so Harlacher.

Bürgerstrom kann noch mitfinanziert werden
Auch das dritte steirische Sonnenstromprojekt hat bereits den angestrebten Schwellenwert erreicht: Diese neuen Bürgerstromanlagen in Weiz und Gutenberg sind schon beinahe ausfinanziert. Für die Investition winkt eine Rendite von 2,5 Prozent.

Das aktuellste Projekt mit Gemeinwohlsiegel ist "Best of the Rest", nominiert für den österreichischen Klimaschutzpreis. Jährlich werden in Österreich 168.000 Tonnen an essbaren Lebensmitteln weggeworfen. Der Kärntner Verein "Best of the Rest" verarbeitet einen Teil dieser in unterschiedliche Produkte und bietet "achtsame Kochworkshops" an. (gp)


Über die Genossenschaft für Gemeinwohl
Die 2014 gegründete Genossenschaft für Gemeinwohl steht für ethische Finanzdienstleistungen. Sie hat die Crowdfunding-Plattform initiiert und sammelt auch selbst Startkapital für den Aufbau weiterer ethischer Finanzdienstleistungen in Österreich. Derzeit erfolgt der Lizensierungsprozess, um ab kommendem Jahr das erste Gemeinwohl-Konto Österreichs für den täglichen Zahlungsverkehr zu etablieren. Alle Menschen, Vereine und Unternehmen mit Wohnsitz in Österreich, Deutschland und der Schweiz können ab 200 Euro Teil der Genossenschaft werden.