Die französische Großbank Crédit Agricole hat demonstrativ ihr Desinteresse an der Commerzbank bekundet. "Wir haben keine Pläne, die Commerzbank oder einen Anteil an der Commerzbank zu kaufen", sagte Konzernchef Philippe Brassac nach einem Bericht von Reuters bei der Veröffentlichung von Konzernzahlen. "Organisches Wachstum genießt für uns Priorität." Auch andere große Übernahmen stünden derzeit nicht auf der Agenda.

Anfang Oktober hatte das noch anders geklungen. Damals hatte der Crédit-Agricole-Chef in einem Interview mit dem "Handelsblatt" grundsätzlich Interesse an der Commerzbank bekundet. Nun rudert er zurück – und verweist auf die Aussichten für den europäischen Bankensektor: Die Aufseher stehen großen Kreditinstituten seit der Finanzkrise skeptisch gegenüber. Sie wollen vermeiden, dass Geldhäuser eine Größe erreichen, die im Pleitefall ganze Volkswirtschaften in Schieflage bringt. Brassac glaubt deshalb nicht an eine Konsolidierung am europäischen Bankenmarkt.

Too big to buy
Ganz aufgegeben hat Crédit Agricole ihre Übernahmepläne nicht. Erst kürzlich erwarb das Institut vier kleinere italienische Geldhäuser, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Commerzbank ist aber offenbar ein paar Nummern zu groß.

Auch die französische BNP Paribas hat dem deutschen Institut zuletzt eine Absage erteilt. Das Eigenkapital müsste im Zuge einer Übernahme um zwölf Milliarden Euro erhöht werden, hieß es aus Paris. Das sei nicht vertretbar. (fp)