Viele Angestellte in der Fondsbranche haben 2016 einen Rückgang der Bonuszahlungen erlitten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT). Das Blatt durchforstete die Vergütungsberichte börsennotierter Asset Manager, die entsprechende Zahlen veröffentlichen. Demnach dampften viele Häuser aufgrund der Schwankungen an den Märkten, der zunehmenden Konkurrenz durch günstige Indexfolger sowie steigender Kosten bei schrumpfenden Gewinnen die Extra-Vergütungen ein.

Der Auswertung zufolge zählen Aberdeen, Ashmore, Franklin Templeton sowie Henderson, Invesco, Legg Mason und Schroders zu den Unternehmen, die Bonus-Töpfe zusammenstrichen. "2016 war ein recht schwieriges Jahr für eine ganze Reihe von Asset Managern. Die Bonus-Budgets blieben im Großen und Ganzen gleich, dagegen stieg die Zahl der Mitarbeiter. Einige Unternehmen reduzierten aber die Ausschüttungen", sagte Tim Wright von der Unternehmensberatung PwC der Zeitung.

Empfindliche Einschnitte
Auch 2017 drohen den Arbeitnehmern in der Fondsindustrie Einbußen bei den Sonderzahlungen. "Das geschäftliche Umfeld sieht nicht so aus, als ob es sich 2017 aufhellt – es könnte sogar schlechter werden", heißt es in einer Studie der Beratungsgesellschaften Greenwich und Johnson Associates. Demnach war 2016 das zweite Jahr in Folge mit Prämien-Kürzungen bei klassischen Fondsanbietern und das dritte bei Hedgefonds.

Der FT-Auswertung zufolge kappten 2016 die Häuser Ashmore und Henderson am stärksten die erfolgsabhängige Vergütung – dort stehen jeweils Einschnitte von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche. Franklin kürzte den Bonus-Topf um sechs Prozent und Legg Mason um drei Prozent. Bei Schroders und Invesco stieg die Zahl der Angestellten und somit auch die Gehaltsausgaben, aber auch hier sank das Budget für Prämien. (ert)