Stacey Cunningham ist die erste Frau an der Spitze der New Yorker Börse (Nyse). Die Muttergesellschaft des Marktplatzes, das Unternehmen Intercontinental Exchange, gab bekannt, dass die 43-Jährige das Präsidentenamt demnächst übernehmen wird. So kommt es in der 226 Jahre währenden Geschichte des berühmtesten Umschlagplatzes des Planeten zu einer echten Premiere, berichtet das "Handelsblatt". Der aktuelle Präsident Thomas Farley tritt zurück. Er möchte ein eigenes Unternehmen gründen.

Cunningham hatte lange auf dieses Ziel hingearbeitet. Nach dem Ingenieursstudium startete sie zunächst als Händlerin auf dem rutschigen Parkett der Nyse. Im Jahr 2005 sagte Cunningham der Wall Street "Goodbye" und nahm eine zweijährige Auszeit, um sich ausschließlich ihrem großen Hobby zu widmen: dem Kochen. Dann kehrte sie an den Kapitalmarkt zurück und arbeitete von 2007 bis 2012 an der Technologiebörse Nasdaq. 2015 wurde sie operative Leiterin der Nyse. Als Vorstand für das operative Geschäft war Cunningham zuletzt unter anderem für wichtige IT-Updates verantwortlich.

Neue Technologien im Fokus
Als neue Präsidenten steht Cunningham nun vor großen Herausforderungen. Neue Konkurrenten machen Druck aufs Geschäft. Die Börse überarbeitet außerdem derzeit ihre veralteten technischen Systeme. IT-Pannen hatten unter anderem dazu geführt, dass im vergangenen Monat der Handel mit Aktien von Alphabet und Amazon ausgesetzt werden mussten, berichtet die "Wiener Zeitung". Cunningham wird sich deshalb wahrscheinlich auch in ihrer neuen Rolle viel mit neuen Handelssystem und möglichen Reformen in der Marktstruktur befassen müssen. Zum Kochen bleibt ihr vermutlich kaum noch Zeit. (fp)