Seit März müssen zehntausende Anleger der deutschen P&R-Gruppe um ihr Investment bangen. Das Unternehmen hat im Rahmen von so genannten "Direktinvestments" Seecontainer verschiedener Größen an Investoren verkauft, um sie hinterher für eine fixe Laufzeit zurückzumieten.  Dann der Schock: Im März und April haben die P&R-Gesellschaften in Deutschland der Reihe nach Insolvenz angemeldet. Betroffen sind auch österreichische Geldgeber.

"Nach unseren derzeitigen Erkenntnissen haben über 500 österreichische Anleger aktive Verträge bei den insolventen deutschen P&R Gesellschaften", erklärt der Pressesprecher der vorläufigen Insolvenzverwalter auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Die Tageszeitung "Kurier" berichtete, dass die Firma TSV Transportsysteme in Graz die P&R-Investments in Österreich verkauft habe.

Zahlungsverpflichtungen gegenüber Anlegern nicht mehr bedient
Zu den Insolvenzanträgen der P&R-Gesellschaften kam es, weil die Zahlungsverpflichtungen an die Anleger nicht mehr bedient werden können. Dabei geht es einerseits um die laufenden Mietzahlungen an die Anleger und andererseits um die Auflösung des Investments. Denn P&R hatte den Anlegern angeboten, am Ende der Mietlaufzeit die Container zurückzukaufen.

Von der Pleite sind insgesamt rund 54.000 Investoren besprochen, die in Summe geschätzt 3,5 Milliarden Euro angelegt haben. Zurzeit laufen die vorläufigen Insolvenzverfahren in Deutschland, bei denen es vordringlich um die Frage geht , wie viele Container P&R tatsächlich im Bestand hat und wem sie gehören.

Schlechte Nachrichten für die Investoren
Bisher gaben die vorläufigen Insolverzverwalter bekannt, dass die meisten Anleger entgegen ihrer Annahme nicht Eigentümer der Container sein dürften, weil ihnen keine Eigentumszertifikate ausgestellt worden seien. Außerdem sollen nach ersten Erhebungen weniger Container vorhanden sein als es sein müssten.

Zurzeit können die Anleger noch nichts tun. Sie werden in einiger Zeit aufgefordert, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Außerdem werden sie nach Eröffnung des hauptsächlichen Insolvenzverfahrens zur Gläubigerversammlung eingeladen, in der die Investoren als Gläubiger erste Weichen über den Fortgang des Insolvenzverfahrens stellen können. Anlegeranwälte kämpfen mit Panikmache und Halbwahrheiten um Mandate. (ae)