Der französische Fondsanbieter Amundi habe alle beim Börsengang 2015 angekündigten Ziele erfüllt, teilte das Unternehmen bei der Präsentation der Jahreszahlen für 2017 mit. So habe das Haus 2016 und 2017 131 Milliarden Euro bei Anlegern eingesammelt. Beim Gang aufs Parkett im November 2015 hatten die Franzosen einen Absatz von 120 Milliarden Euro über drei Jahre angekündigt. Zudem habe man die Kosten im Griff, die Profitabilität sei erhöht und die Dividende gesteigert worden.

Ein Teil des Wachstums beim verwalteten Vermögen und dem Nettomittelaufkommen entspringt aber auch der Übernahme des Asset Managers Pioneer. Amundi hatte den Kauf des italienischen Hauses im Juli 2017 abgeschlossen. Somit war der größte börsennotierte Asset Manager Europas entstanden. Das Haus verwaltete per Ende vergangenen Jahres ein Vermögen von 1,4 Billionen Euro.

Französische Effizienz
Die gesteigerte Profitabilität des vereinten Hauses geht hingegen eher auf den französischen Firmenteil zurück. So weist Amund für 2017 einen Gewinn nach Steuern von 769 Millionen Euro aus – das sind 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Zieht man die Kosten für die Integration von Pioneer ab, bleibt ein Nettogewinn von 681 Millionen Euro, immerhin noch gut 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei dieser Betrachtung fließen die Pioneer-Daten erst ab der Übernahme im Sommer mit ein.

Blickt man hingegen auf die kombinierten Zahlen von Amundi und Pioneer für das gesamte Jahr 2017, so kletterte der Nettogewinn nach Abzug der Integrationskosten um nicht einmal ein Prozent auf 800 Millionen Euro.

Hoher Absatz in Asien
Nach wie vor ist Frankreich ein wichtiger Absatzmarkt. Amundi und Pioneer sammelten zusammengenommen 2017 hier fast 20 Milliarden an frischem Geld ein. Im restlichen Europa setzte der Asset Manager fast 23 Milliarden ab. Das höchste Nettomittelaufkommen stammt aber aus Asien mit 23,6 Milliarden Euro.

Wegen des guten Geschäftsverlaufs setzt sich das Management bis 2020 ehrgeizige Ziele. Das Haus peilt einen Nettoabsatz von insgesamt 150 Milliarden Euro in den drei Jahren an. Dabei soll das Verhältnis von Aufwand zum Ertrag (Cost-Income-Ratio) unter der Marke von 53 Prozent liegen. Zudem soll der adjustierte Nettogewinn bis 2020 um sieben Prozent pro Jahr wachsen. Amundi will dabei aber in Innovationen investieren sowie sein Angebot als Service-Gesellschaft ausbauen und etwa IT-Dienste für andere Anbieter bereitstellen. (ert)