Der französische Fondsriese Amundi will den Konkurrenten Pioneer schlucken — und hortet für den rund 3,5 Milliarden Euro schweren Einkauf Geld. So hat das Haus im abgelaufenen Jahr den Nettogewinn um immerhin 7,7 Prozent auf 568 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz kletterte leicht um 1,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. "Das Ergebnis für 2016 unterstreicht den profitablen Wachstumstrend, den es seit seiner Gründung gezeigt hat", sagte Vorstandschef Yves Perrier einer Mitteilung zufolge.

Der Asset Manager war 2010 aus dem Zusammenschluss der Fondssparten der französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale entstanden. Im November 2015 war die Aktien an der Börse notiert worden — der damals größte Gang aufs Pariser Parkett seit zehn Jahren. Im Dezember 2016 konnte dann Amundi ein monatelanges Bietergefecht um die Unicredit-Tochter Pioneer für sich entscheiden. Damit rückt das französisch-italienische Haus unter die Top-10 der Branche weltweit.

Gut gerüstet
Für den Kauf scheint Amundi gut gerüstet. Das Haus ist unter dem Strich schuldenfrei. Um die Übernahme zu stemmen, stimmten die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung zu. Und trotz der benötigten Milliarden für die Übernahme gibt das Haus eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie aus. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 65 Prozent.

Anleger vertrauen dem Haus weiterhin Geld an. Für 2016 verzeichneten die Franzosen Nettomittelzuflüsse von 62 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen kletterte auf 1.083 Milliarden Euro. Zudem hielt Vorstandschef Perrier die Ausgaben weiterhin im Zaum. Die Kosten-Ertrags-Quote (Cost-Income-Ratio) lag bei 52,3 Prozent, für jeden Euro Umsatz bleiben also fast 48 Cent Überschuss. Für einen weltweit operierenden Anbieter mit breitgefächertem Sortiment ist dies im Branchenvergleich ein sehr guter Wert. (ert)